Es geht nicht nur um eine Fassade: Liberale wollen Verwaltung von Grund auf modernisieren

Willi  Göttsche
Willi Göttsche

shz.de von
28. November 2013, 05:00 Uhr

In der Diskussion um ein neues Kreishaus geht es für die Steinburger Liberalen längst nicht mehr nur um eine Fassade. Die Kreistagsfraktion spricht sich im Vorfeld der Haushaltsberatungen für eine nachhaltige Modernisierung des gesamten Verwaltungsapparats aus. „Veränderung fängt in den Köpfen an“, findet Sprecher Willi Göttsche. Sein erklärtes Ziel: „Die Verwaltung muss eine ähnliche Qualität bekommen wie ein topgeführtes Privatunternehmen.“ Er regt eine Grundsatzdiskussion an, und sein Fraktionskollege Tobias Rückerl pflichtet bei: „Wir müssen den Finger ganz gewaltig in die Wunde legen.“

Aus Sicht der FDP fängt das schon bei der zuletzt vorgelegten Raumplanung an. Auf den Prüfstand müssten zum Beispiel ganz neue Arbeitsmodelle. „Wo zum Beispiel ist Heimarbeit möglich ?“, fragt Tobias Rückerl. Auch müsse eine Mehrfachnutzung von Büros machbar sein. Und Marc Ehlers fügt hinzu: „Es geht auch um die Optimierung von Arbeitsprozessen.“ Willi Göttsche formuliert es so: „Ein organisierter Mensch schafft leicht das Doppelte.“

Keinen Zweifel lassen die Liberalen am Standort der Kreisverwaltung in der Itzehoer Innenstadt. Vielsagend meinte Tobias Rückerl mit Blick auf die hitzig geführte Diskussion um die Gestaltung eines möglichen Neubaus: „Das Kreishaus wird kommen. Am Ende wird es aber vielleicht ganz anders aussehen, als jetzt manche denken.“ Ehlers zu den möglichen Kosten: „So etwas muss uns am Ende auch seinen Preis wert sein.“ Letztlich gehe es ja auch um die Wertschöpfung für die Innenstadt.

In jedem Fall müsse in der gesamten Debatte jetzt noch einmal ein Schnitt gemacht werden. Neue Erkenntnisse holte sich die FDP inzwischen auch beim Besuch eines hochmodernen Verwaltungsbaus in Niebüll. „Hier gibt es das total papierlose Büro“, staunt Göttsche – wohl auch mit Blick auf die von der Verwaltung eingeplanten teuren Kellerräume für die Unterbringung von Aktenbergen. Die Notwendigkeit für eine völlige Überplanung des Projekts mag die FDP nicht ausschließen. Ausdrücklich stellen sich die Liberalen übrigens hinter Landrat Torsten Wendt. Dieser habe bei der Umsetzung die volle Rückendeckung der FDP. Kein gutes Haar lassen die Freien Demokraten hingegen an der Bürgerinitiative für den Fassadenerhalt. Göttsche: „Ihr kann man nur so entgegentreten, in dem man die Reihen im Kreishaus schließt.“

Derweil gehen die Rechenspiele im Kreishaus weiter. Angeblich, so war jetzt zu hören, liegt die aktuellste Kostenschätzung bei 14,9 Millionen Euro – überraschenderweise ganz knapp unter dem anvisierten Limit von 15 Millionen.

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