Erzieherin verzweifelt gesucht

Fröhlich sind die Nachmittagskinder, für deren Gruppe  Dörte Dreeßen eine Erzieherin sucht.  Foto: pöschus
Fröhlich sind die Nachmittagskinder, für deren Gruppe Dörte Dreeßen eine Erzieherin sucht. Foto: pöschus

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16. August 2010, 07:01 Uhr

Brunsbüttel | Als einziger von sieben Tagesstätten in der Schleusenstadt bietet der evangelische Jakobuskindergarten derzeit eine Nachmittagsgruppe an. Mit gutem Zuspruch, wie Leiterin Dörte Dreeßen bestätigt. Doch die Freude der 50-Jährigen über das Interesse an diesem Angebot ist mächtig getrübt. Denn ausgerechnet für diese Gruppe fehlt eine Erzieherin. Die Kindergartenleiterin, nachmittags eigentlich für Verwaltungsaufgaben in der Tagesstätte freigestellt, muss selbst einspringen: Es findet sich keine Nachfolgerin für die Kollegin, die im vorigen Jahr aufhörte.

"Nachmittags ist unbeliebt", lautet das Fazit Dörte Dreeßens. Es gab zwar eine Mitarbeiterin, die kam aus Burg. Doch als sich die Gelegenheit bot, ihren Weg zur Arbeit zu verkürzen, sprang sie wieder ab und wechselte nach Buchholz. Ebenso nachvollziehbar wie die Absage der nächsten Bewerberin aus Wesselburen, die eine Stelle in Wohnortnähe fand. Auf die jüngste Stellenausschreibung hin hätten sich gerade mal drei Bewerberinnen gemeldet - nur eine kam zum Vorstellungsgespräch. Doch auch diese Erzieherin fand plötzlich noch eine für sie persönlich idealere Tagesstätte und hörte noch in der Probezeit wieder auf.

Am Jakobuskindergarten liegt es nicht, dass sich niemand findet, der dort nachmittags 20 Jungen und Mädchen betreuen möchte. Die Tagesstätte ist mit dem "Felix" für besonderen musikalischen Stellenwert im Kindergartenprogramm ausgezeichnet, die Kita hat sich die Schwerpunkte "Sprache und Musik", "Körper, Gesundheit und Bewegung" sowie "Mit Gott groß werden" ins Konzept geschrieben. Daneben gibt es übers Jahr verteilt zahlreiche Aktionen: von der Faschingsfeier über Ausflüge zum "Verwandtentag" bis hin zum lebendige Adventskalender und der Teilnahme am Lauftag der Grundschule West.

Die Regelgruppe am Vormittag bietet Platz für 22 Kinder, die am Nachmittag für 20 Kinder. Zusätzlich bietet der Jakobuskindergarten eine Familiengruppe mit 15 Kindern zwischen anderthalb und sechs Jahren an. Das Team der Kita arbeitet seit langem zusammen. Doch auch das könne kein Hindernis sein, meint Dörte Dreeßen. Neue Mitarbeiterinnen würden natürlich problemlos integriert - wenn sie denn kämen. Die erhoffte Verstärkung des Teams zur Betreuung der Nachmittagsgruppe soll 24 Stunden arbeiten. Dazu besteht die Möglichkeit, die Stunden durch Vertretung an Vormittagen aufzustocken. Und die Kindergartenleiterin könnte endlich wieder darauf verzichten, die notwendige Verwaltungsaufgaben an ihren eigentlich arbeitsfreien Wochenenden zu erledigen.

Dörte Dreeßen weiß aber auch, dass sie mit ihrer knappen Personalsituation nicht alleine dasteht. "Es wird überall umstrukturiert, in den Tagesstätten entstehen neue Arbeitsplätze." Da könnten sich die wenigen verfügbaren Erzieherinnen natürlich aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Wahrscheinlich, so Dreeßen, werden nicht mehr genügend Frauen ausgebildet, so dass die Lücke zwischen freien Stellen und infrage kommenden Bewerberinnen immer weiter auseinanderklafft.

Aber diese Erkenntnis helfe ihrem Kindergarten nicht weiter, sagt sie fast ein wenig resignierend und hofft darauf, dass sich doch noch kurzfristig eine Erzieherin für die Lütten findet, die nachmittags in den Jakobuskindergarten an der Süderstraße betreut werden.

Kontakt: Jakobuskindergarten, Dörte Dreeßen: 05852/7733

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