Erstklassiger Konzertabend

Unter Leitung von Vito Cristofaro begeisterte das Oldenburgische Staatsorchester in der zum Konzertsaal umdekorierten Sporthalle.
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Unter Leitung von Vito Cristofaro begeisterte das Oldenburgische Staatsorchester in der zum Konzertsaal umdekorierten Sporthalle.

1200 begeisterte Zuhörer beim Gastspiel des Oldenburgischen Staatsorchesters in Marne mit zwei herausragenden Sängerinnen

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15. Januar 2015, 10:24 Uhr

Im Dreivierteltakt ins Jahr 2015: Dafür sorgte das Oldenburgische Staatsorchester beim 16.  Marner Neujahrskonzert. 58 Musiker auf der Bühne sorgten zugleich für besinnliche als auch beschwingte Stimmung in der mit 1200 Gästen ausverkauften Sporthalle der Gemeinschaftsschule. Welchen Sog seit dem ersten Konzert mit Justus Frantz und der Philharmonie der Nationen diese Musikabende zu Jahresbeginn in Marne entfaltet haben, wird deutlich beim Blick auf das kommende Jahr: Der Abend ist bereits nahezu ausverkauft.

Geboten bekam das Publikum am Mittwoch gewohnt viel. Informativ und kurzweilig führte Generalintendant Christian Firmbach als Moderator durch den dreistündigen Musikabend. Während das Organisationsteam rund um Dirk Gülck jährlich darauf bedacht ist, ein exklusives Programm zu bieten, ähnelte diesmal der musikalische Beitrag unter der Leitung von Dirigent Vito Cristofaro dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das das öffentlich-rechtliche Fernsehen ausgestrahlt hatte. Das bestätigt auch, wie hochklassig die Marner Neujahrskonzerte sind. Unterstützt von der Sopranistin Nina Bernsteiner und der Mezzosopranistin Hagar Sharvit begeisterte das Orchester mit Walzermelodien und Polkas.

Da durften der Dynamiden-Walzer, der Kaiser-Walzer sowie die Champagner- und Bauern-Polka des Walzerkönigs Johann Strauß Sohn nicht fehlen. Ebenso begeisterten Stücke von Mikhail Glinka, Amilcare Ponchielli, Leonhard Bernstein, Franz Lehár und Jacques Offenbach. Rundherum ein ansprechendes und gelungenes Programm. Das bestätigte der begeisterte Applaus.

Gleich zu Beginn eroberte Hagar Sharvit mit der Arie „Ich lade gern mir Gäste ein“ aus Johann Strauß’ Operette „Die Fledermaus“ die Herzen der Zuhörer. Die israelische Mezzosopranistin schloss 2010 ihr Gesangsstudium in Tel Aviv ab. Sie war Preisträgerin beim Buchmann-Mehta-Gesangswettbewerb und Finalistin beim Internationalen Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti in Innsbruck. Im Juni 2011 wurde die junge Sängerin ins Centre de Perfeccionamient Plácido Domingo in Valencia aufgenommen. In Marne präsentierte sie die hohe Kunst des Gesangs in Stücken wie „I Am Easily Assimilated“ von Leonard Bernstein und „Je suis Lazuli“ aus „L’Etoile“ von Emmanuel Chabrier.

Sopranistin Nina Bernsteiner brachte österreichisches Blut mit in den Abend voller Wiener Charme. Sie stammt aus der Steiermark und studierte Operngesang und Musical an der Wiener Musikuniversität und am Wiener Konservatorium. Neben ihrer klassischen Gesangsausbildung erhielt sie auch Unterricht in Flöte, Klavier, Gitarre, Schlagzeug und Violine und absolvierte eine Tanzausbildung in Ballett, Jazz, Modern und Step-Dance. In Marne sang die werdende Mutter voller Inbrunst Franz Lehárs „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus „Guiditta“. Mit dem „Schwipslied“ aus „Eine Nacht in Venedig“, das ebenfalls aus der Feder von Johann Strauß’ Sohn stammt, erhielt Bernsteiner auch für ihr schauspielerisches Talent tosenden Beifall.

Den zweiten Teil des Neujahrskonzerts eröffnete die Ouvertüre aus „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppè. Es folgte ein Duett der beiden Sängerinnen mit „Barcarolle“ aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach. Traditioneller Schlusspunkt bildete wieder der Radetzky-Marsch, der unter euphorischem Klatschen sowie lautem Jubel bei stehenden Ovationen das diesjährige Neujahrskonzert beendete.

Im nächsten Jahr können sich die Musikbegeisterten auf die Lüneburger Symphoniker freuen. Für das 17. Neujahrskonzert am 20. Januar 2016 wurden bereits rund 1000 Karten verkauft. Weitere Tickets sind noch im Amt Marne-Nordsee unter 04851/959627 erhältlich.

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