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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:02 Uhr

Gasstation : Erste Turbine steht an ihrem Platz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei weitere Aggregate sind auf dem Weg nach Quarnstedt. 80 Millionen Euro werden am Standort investiert.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Auf einem Spezialtransporter erreichte die erste von insgesamt drei Turbinen der neuen Gasunie-Erdgasverdichterstation die Baustelle in Quarnstedt. Dort stand ein 500-Tonnen-Kran bereit, der die Turbine vom Tieflader durch das geöffnete Dach des Verdichtergebäudes hindurch an ihren vorgesehenen Platz millimeterweise absenkte.

Bei der Turbine, die bereits eine mehrwöchige Schiffsfahrt vom Hersteller im kalifornischen San Diego in das rund 15 000 Kilometer entfernte Bremerhaven hinter sich hatte, handelt es sich um ein echtes Muskelpaket. Mit einer Feuerungswärmeleistung von 23 Megawatt verfügt das gasbetriebene Aggregat über so viel Antriebskraft wie ein ICE 3. Zwölf Meter lang, 2,60 Meter breit und 4,60 Meter hoch – auch die Maße der Turbine können sich sehen lassen. Verantwortlich für das präzise Entladen und Aufstellen ist Oberbauleiter Peter Schmidt. Der 55-jährige hat in seiner beruflichen Laufbahn schon eine Reihe von Hebeaktivitäten wie bei der Quarnstedter Turbine begleitet, Experten sprechen hier von „Heavy Lifts“. Nachdem die Turbine am Boden stand, zeigte sich Schmidt zufrieden. „Das war Maßarbeit – alles hat reibungslos und vor allem sicher geklappt“. Die Anlieferung der beiden weiteren Turbinen ist für die Monate September und Oktober geplant. „Sie befinden sich schon auf hoher See“, so Schmidt.

Am Standort Quarnstedt erweitert Gasunie ihr bestehendes Erdgas-Transportnetz mit dem Neubau einer Verdichterstation. Die Anlage in Quarnstedt ist Bestandteil des aktuellen Netzentwicklungsplanes Gas. Unter dem Titel „Erdgas für morgen“ hat Gasunie ihre Aktivitäten für die Sicherstellung einer zuverlässigen Versorgung Deutschlands und seiner europäischen Nachbarn mit Erdgas zusammengefasst. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Erdgasproduktion in Dänemark spielt die neue Verdichterstation Quarnstedt im Rahmen der transeuropäischen Netze eine wichtige Rolle. Deshalb hat die Europäische Union das Projekt in die Liste der „Projects of Common Interest“ aufgenommen und finanziell unterstützt. Die neue Erdgas-Verdichterstation Quarnstedt ersetzt die bereits seit Mitte der 1980er Jahre bestehende Anlage.

Die Diskussion um die neue Verdichteranlage hatte im Dorf zu viel Wirbel geführt, unter anderem trat der gesamte Gemeinderat zurück (wir berichteten). Im Dialog mit dem Unternehmen fand dann die neue Gemeindevertretung einen Kompromiss. Dabei ging es unter anderem um die Verlagerung der Flächen und um die Höhe der Anlage. Die vorbereitenden Arbeiten begannen dann Ende 2013 mit der Herstellung einer Baustellenzufahrt sowie einer zusätzlichen auf die Bauzeit begrenzte Querung über den Quarnbach.

Insgesamt investiert das Unternehmen am Standort Quarnstedt 80 Millionen Euro.

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