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Glückstadt und Kellinghusen : Erste syrische Flüchtlinge sind angekommen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine syrische Großfamilie hat einen langen Fluchtweg hinter sich. Zehn Männer, Frauen und Kinder sind in Glückstadt untergebracht, fünf weitere Personen der Familie sind in Kellinghusen untergekommen.

Glückstadt/Kellinghusen | Sie kommen aus Syrien und sollen jetzt ersteinmal in Glückstadt heimisch werden. Eine Großfamilie aus Damaskus einschließlich Großmutter, und Neffen und Nichten ist gestern eingetroffen – Bürgerkriegsflüchtlinge mit wenig Gepäck. Empfangen wurden sie im Rathaus von dessen Mitarbeiterinnen Sabine Budde und Kirsten Krönert.

Die Familie ist vor drei Monaten aus Syrien über die Türkei geflohen. „Unsere Wohnungen sind im Bürgerkrieg völlig zerstört worden“, erklärte das Familienoberhaupt. Von der Türkei aus wurden sie auf Booten zwölf Tage lang nach Italien „geschmuggelt“ und von dort aus nach Frankreich. Seit vier Wochen sind sie in Deutschland. Angst haben sie, ihren Namen öffentlich in der Zeitung zu sehen, denn sie fürchten Repressalien aus ihrem Heimatland. Froh seien sie, jetzt in Deutschland zu sein. „Hier werden wir gut behandelt“, so das Familienoberhaupt.

Wie berichtet, hatte die Stadt erst vor einer Woche erfahren, dass zehn Personen „zugewiesen“ werden. Drei Wohnungen, Einrichtungen und vieles mehr galt es, auf die Schnelle zu besorgen. Sabine Budde und Kirsten Krönert hatten in den vergangenen Tagen viel zu erledigen.

Eine große Hilfe bei der Ankunft war Wafa Leypold. Die 47-jährige Glückstädterin war gerade „auf dem Bau“ als der Anruf kam, sie möge schnell zum übersetzen kommen. Ihre Hilfe war dringend notwendig, denn es gab viel zu klären. Und durch ihre warmherzige Art nahm sie dem Familienoberhaupt auch schon mal die erste Anspannung. Denn er wurde gleich mit einem Gang zur Bank konfrontiert, damit die Familie Geld zum einkaufen hat.

Um die bürokratischen Hürden persönlicher zu gestalten, hatten Sabine Budde und Kisten Krönert beschlossen, mit allen in eine der drei angemieteten Wohnungen zu fahren. Dort hatten sie im Vorwege genügend Stühle bereitgestellt. Und sie hatten auch daran gedacht, Spielzeug für die Kinder zu besorgen.

Getrübt wurde die Ankunft in der Wohnung, weil ein Koffer fehlte. Er war im Zug vergessen worden, mit dem sie am Morgen aus Neumünster angereist waren. Die Bürgerkriegsflüchtlinge waren dort bisher in die Erstaufnahmestelle des Landes untergebracht gewesen. Formal gelten sie als Asylbewerber, weil sie nicht über das Kontingent des Landes für Bürgerkriegsflüchtlinge eingereist sind. Deshalb wird diese Familie – anders als die anderen Flüchtlinge – nicht arbeiten dürfen.

Jetzt müssen sie sich ersteinmal einleben. Wo sie Lebensmittel kaufen können, dass wissen sie jetzt. Und auch, dass sie Hilfe bei der Tafel im Sozialkaufhaus bekommen können. Ralf Bowe, Hausmeister im Wohnblock, will ihnen helfen, sich dort zurechtzufinden. Gleich heute will er mit ihnen dort hingehen. Auch im Sozialkaufhaus sind die Namen der Familie schon bekannt.

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erstellt am 13.Okt.2013 | 07:30 Uhr

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