zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 01:57 Uhr

Klinik-Pläne : Erste Patienten im Frühjahr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kellinghusener Ratsversammlung soll Donnerstag den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen. Mit der Fertigstellung der gesamten Klinik wird in in fünf Jahren gerechnet.

von
erstellt am 19.Okt.2013 | 10:00 Uhr

Die Klinik-Pläne für die ehemalige Liliencron-Kaserne nehmen Formen an. Die Ideen des Investors Abdul Matin Tatari liegen jetzt als Bebauungsplan-Entwurf vor – und warten auf Zustimmung durch die Ratsversammlung. Diese beschäftigt sich am Donnerstag, 24. Oktober, damit. Zuvor stellten der Investor sowie seine beiden Planer Birgit und Richard Möller bei einer so genannten frühzeitigen öffentlichen Beteiligung die Pläne im Bürgerhaus vor. Geht alles seinen Gang, hofft Tatari auf die ersten Patienten im Frühjahr 2014. Zuerst soll der Reha-Bereich geöffnet werden. In weiteren Etappen – möglichst in den nächsten fünf Jahren – soll das 15-Millionen-Euro-Projekt dann fertiggestellt werden.

Der Rethwischer Textilunternehmer Matin Abdul Tatari hatte die Kaserne Anfang 2013 aus der Konkursmasse der STE Sport- und Touristik-Entwicklung GmbH, die dort für 45 Millionen Euro einen Sportpark errichten wollte, gekauft (wir berichteten). „Seitdem haben wir Fortschritte gemacht, soweit es uns das Gesetz erlaubt“, sagte der Investor vor 40 Besuchern. Jetzt wartet er auf den Bebauungsplan, vorher können die Baumaßnahmen für die Privatklinik nicht vorangehen.

Behandelt werden sollen vor allem Privatpatienten, die sich Tatari überwiegend aus Asien, den Golfstaaten, Nordafrika aber auch aus Deutschland erhofft. Das Potenzial sei da, pro Jahr ließen sich unter anderem 68 000 arabische Patienten in Deutschland – überwiegend in München – behandeln. „Aufgrund unserer guten Beziehungen in diese Länder hoffen wir, einen Teil davon zu bekommen – und zwar so viele, dass wir davon leben können.“

Dabei setzt er vor allem auf die Orthopädie, später kommen noch die medizinischen Bereiche Urologie und Chirurgie hinzu. Bereits im Frühjahr sollen die ersten Reha-Patienten in die umgebauten Gebäude einziehen. Da die Operationssäle erst im Herbst zur Verfügung stehen, ist geplant, Operationen in Hamburg oder Itzehoe vorzunehmen.

Der Charakter des jetzigen-Geländes bleibt nach Angaben der Planerin Birgit Möller überwiegend erhalten, denn die vorhandenen Gebäude werden zwar umgebaut, können aber weiter genutzt werden. Neben Krankenhaus, Personalgebäude, Operationssälen und Reha-Bereich entstehen auch Hotelgebäude für Angehörige. Völlig neu errichtet werden dagegen bis zu zwölf Einfamilienhäuser für Familienmitglieder der Patienten und drei Häuser für die Klinikleitung.

Allerdings kommt hier viel Arbeit auf das Kreisbauamt zu: Denn für alle Gebäude – auch wenn sie schon jahrzehntelang stehen – muss die Planerin einen neuen Bauantrag einreichen, „so als wollte man neu bauen“. Grund: Kasernen wurden zwar nach allen gültigen Richtlinien errichtet, doch waren sie vom allgemeinen Baurecht ausgenommen.

Im vorderen Bereich des Geländes – dort befinden sich große, offene Hallen – wird es ein so genanntes eingeschränktes Gewerbegebiet mit Zufahrt zur Luisenberger Straße geben. „Die Nutzung darf weder Klinikbetrieb noch das Wohnen in der Umgebung stören“, betonte Birgit Möller. Auch ein Rettungsdienst, der sich zurzeit noch im Kellinghusener Stadtgebiet befindet, wird angesiedelt – auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz.

Auf Nachfragen aus den Besucherreihen wird die Verwirklichung – anders als bei der STE-Pleite – nicht am Geld scheitern. Banken will Abdul Matin Tatari allerdings nicht zur Finanzierung heranziehen. Mit Hilfe von Eigenkapital und mit einem weiteren Investor aus Saudi-Arabien, zu dem Tatari seit 30 Jahren geschäftliche Beziehungen unterhält, wird die Klinik gebaut. Allerdings in Etappen. „Wir sind nicht arm, haben aber nicht sehr viel Geld.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen