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Flüchtlinge : Erstaufnahme in Itzehoe bleibt vorerst leer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Innenminister reagiert auf sinkende Flüchtlingszahlen. Die Helfer vor Ort sind über die Entwicklung überrascht.

Die Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Prinovis-Druckerei geht vorerst nicht wieder in Betrieb. Weil die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge im Moment drastisch zurückgeht, kündigte Innenminister Stefan Studt gestern an, landesweit in Zukunft einen flexiblen Kurs zu fahren. Demnach soll die Unterkunft in Itzehoe bis auf Weiteres „leer bewirtschaftet“ werden, genauso wie die Einrichtungen in Leck und Husum.

Bis zuletzt hatten die Behörden geplant, das „Camp Itzehoe“ Anfang Mai wieder zu belegen, nachdem im Dezember vergangenen Jahres die letzten Flüchtlinge ausgezogen waren. Seitdem hatten umfangreiche Umbauarbeiten stattgefunden. Container mit insgesamt 2000 Plätzen wurden aufgestellt, weil die Flüchtlinge nicht mehr wie bisher in Fabrik-Hallen untergebracht werden sollten.

Für die Johanniter, die in Itzehoe für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig sind, kam die Ansage aus Kiel überraschend. „Wie es jetzt für uns weitergeht, weiß ich noch nicht“, sagte Camp-Leiter Lars Bessel. „Das werden wir in den nächsten Tagen klären müssen.“ Insgesamt 17 hauptamtliche Stellen hatten die Johanniter in den vergangenen Monaten geschaffen. „Natürlich herrscht bei unseren Mitarbeitern jetzt eine große Verunsicherung.“

Überrascht von der Minister-Entscheidung zeigte sich auch Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen. „Allerdings kann ich die Entscheidung angesichts der rückläufigen Flüchtlingszahlen nachvollziehen“, sagte er unserer Zeitung. Er gehe jedoch nicht davon aus, dass es sich um einen besonders stabilen Trend handele.

Die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit sieht der Bürgermeister unterdessen nicht in Gefahr: „Das Engagement wird weitergehen. Wir haben genug Flüchtlinge in der Stadt, die versorgt werden müssen.“ Die aktuell ruhige Lage könne für Helfer eine gute Gelegenheit sein, einmal durchzuatmen.

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erstellt am 12.Apr.2016 | 09:13 Uhr

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