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„Erschreckendes“ an der Steinburg-Schule

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Außenstelle des Förderzentrums an der Brunnenstraße ist in schlechtem Zustand

Soll die Außenstelle der Steinburg-Schule, Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung, saniert oder komplett neu gebaut werden? Diese Frage erörterte der Kreis-Schulausschuss bei einem Ortstermin an der Brunnenstraße, wo derzeit 33 Schüler in drei Klassen betreut werden. Dabei wurde schnell deutlich: Der derzeitige Zustand der Räume sei „erschreckend“, befanden die Anwesenden einhellig.

Mangelnde Erreichbarkeit für Rollstuhlfahrer, zu wenige Plätze im Speisesaal und nur ein Waschbecken mit Warmwasser-Anschluss in der Küche. Das waren einige der Probleme, die Lehrer Holger Schulze den Kommunalpolitikern während eines Rundgangs vor Augen führte. „Alles ist sehr improvisiert“, so Schulze. Als besonders alarmierend bezeichneten er und Schulleiterin Maren Lutz zudem den Zustand der Toiletten im Untergeschoss. „Sie sind stark sanierungsbedürftig“, so Lutz. Nur im Mädchen-WC gebe es eine Dusche, und diese verfüge lediglich über einen Kaltwasser-Anschluss. Ein Werkraum fehlt gänzlich – für den Werkunterricht müssen die Schüler deswegen in den Hauptstandort an der Einhardstraße ausweichen.

Darüber, dass die Bedingungen für die Jugendlichen dringend verbessert werden müssen, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Doch welche Lösung ist – sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus pädagogischer Sicht – am sinnvollsten? Dabei machte der Ausschussvorsitzende Tobias Rückerl (FDP) deutlich: „Wir wollen keine Schnellschüsse und die Anforderungen in Ruhe prüfen.“ Es gehe nicht darum, Geld zu sparen, sondern die Schüler langfristig möglichst optimal zu fördern.

Verwaltung und Bauamt hatten im Vorwege der Sitzung mehrere mögliche Bau- beziehungsweise Umbauvarianten festgelegt. Dazu zählten unter anderem die so genannte Minimallösung (Sanierung des Kellers, Einrichtung eines Werkraums), die Minimallösung „Plus“ (zusätzliche WC-Anlagen-Sanierung und Überarbeitung der Rettungswege im Erdgeschoss) sowie der Neubau auf dem Gelände. Auch die Möglichkeit, Räume anzumieten, wurde genannt. Dafür komme die derzeit leer stehende Schule in Krempe in Frage.

Über diese Option entbrannte eine rege Diskussion. Während Sven Baumann, Bürgermeister von Kremperheide und stellvertretender Vorsteher des Schulverbandes Krempermarsch, sich dafür aussprach, diese Möglichkeit zumindest zu prüfen, machte sich Rektorin Maren Lutz für den Erhalt des Standortes im Innenstadtbereich stark. Dieser sei ideal – insbesondere für die Kooperation mit dem Regionalen Berufsbildungszentrum. Dem stimmte auch Lehrer Holger Schulze zu: Durch die Nähe zum ZOB sei zudem die Mobilität der Schüler stark gestiegen. Lutz’ Fazit: „Ein Umzug nach Krempe wäre kontraproduktiv.“

Neu aufgenommen in die Überlegungen wurde hingegen eine weitere Variante: ein Umzug in das Gebäude der ehemaligen Jugendherberge auf dem rbz-Gelände. Eine Möglichkeit, die auch Jürgen Nicolay, stellvertretender Schulleiter des rbz, begrüßen würde. Wie Maren Lutz setzt auch Nicolay auf einen zentralen Standort, denn man wolle die Zusammenarbeit mit der Steinburg-Schule ausbauen.

Nun gilt es, die Kosten der einzelnen Varianten zusammenzustellen. das Bauamt bekam den entsprechenden Auftrag. Rückerl: „Das dauert jetzt zwar etwas länger, aber wir wollen die optimale Lösung für die Schule.“

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