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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 09:40 Uhr

Ernstfall am Klinikum geprobt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verpuffung im Heizungskeller und vier Vermisste: Brunsbütteler Feuerwehr war gestern Abend im Übungseinsatz

An potenziellen Herausforderungen mangelt es der Freiwilligen Feuerwehr in der Schleusenstadt nicht: Atomkraftwerk, Chemieunternehmen, Elbe und Kanal und auch das Westküstenklinikum (WKK) gehören zu den denkbaren Einsatzzielen - neben all den anderen möglichen Szenarien zwischen Containerbrand und überfluteten Straßen. Das WKK bildete gestern Abend die Kulisse für eine groß angelegte Übung.

Das Szenario, so Gemeindewehrführer Bernd Meier, sah eine Verpuffung im Technikraum des Klinikums vor. Danach wurden vier Mitarbeiter einer Heizungsbaufirma vermisst. Nachdem dies bekannt geworden war, wurde von der Einsatzleitstelle der Alarm auf Vollalarm ausgeweitet: Die Mitglieder der beiden Ortswehren und der hauptamtlichen Wachabteilung auf der Südseite wurden mobilisiert. Wenn alle gekommen wären, wären das 120 Brandschützer gewesen. Meier erwartete jedoch zwischen 40 und 50 Mitglieder. Den Brandschutz auf der Südseite hatte für die Dauer der Übung die Industriepark-Feuerwehr übernommen. Zwar war das Klinikum nicht direkt in den Ablauf eingebunden, dort herrschte laut Meier Normalbetrieb. Doch wurde im WKK ein Notfallplanabgearbeitet.

Im Ernstfall hätte eine Einsatzleitung aus dem WKK die internen Abläufe koordiniert, eng verbunden mit den Entscheidungen der Feuerwehr – bis hin zur Evakuierung des Gebäudes. Dafür wäre nicht einmal mehr die gestern vorgefahrene 30-Meter-Drehleiter benötigt worden, betonte Wehrführer Meier. „Das Haus hat zwei separate Treppenaufgänge, das hätte genügt.“ Die Fahrstühle hatten sich schon mit dem Auslösen des Brandmelders abgeschaltet, nachdem sie ins Erdgeschoss gefahren waren und die Tüten zum Foyer hin geöffnet hatten. Gleichzeitig ging die Eingangstür des WKK auf und schlossen sich in den Etagen die Brandschutztüren.

Zur Übung gestern Abend hatte Betriebsleiter Klaus Peters die Systeme kontrolliert und anschließend wieder in Betrieb genommen. Wären die rund 90 Patienten, die sich im Schnitt pro Tag im WKK an der Delbrückstraße aufhalten, evakuiert worden, hätte dies tatsächlich über die Treppenhäuser stattfinden müssen.

Die insgesamt 300 Mitarbeiter sind zum Teil als Brandschutzhelfer von der Feuerwehr ausgebildet worden, Unterweisungen in Sachen Brandschutz seien zudem für alle Mitarbeiter obligatorisch, so Peters. Und die Wehr sei öfter im Haus, um sich Ortskenntnis zu verschaffen.

Die könne durchaus noch verbessert werden, befand Bernd Meier am Ende der Übung. „Es gab einige Orientierungsprobleme.“ Nichts, was den Einsatz unterlaufen hätte, aber in diesem Fall Zeit kostete. So drang der erste Atemschutztrupp auf einem nur vermeintlich kürzeren Weg in den vernebelten Heizungskeller vor. Dennoch, so der Wehrführer sei die Personensuche „sehr professionell“ abgelaufen.

Im Einsatz waren 43 Feuerwehrleute aus vier Löschgruppen. Die ersten waren nach sieben Minuten am WKK. Nach einer Stunde beendete Meier die Übung. „Das Ziel ist erreicht“, befand er über den Einsatz.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 05:04 Uhr

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