Elbefähre Brunsbüttel : Erneute Wende: Elbefähren fahren nicht mehr

Bässmann
Bernd Bässmann hat es in diesen Tagen nicht leicht. Er muss das vorläufige Aus der Fährverbindung erklären.

Die Zukunft der Verbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven ist ungewisser denn je.

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01. März 2017, 08:23 Uhr

Bernd Bässmann ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Kaum ein Tag vergeht, an dem der Elb-Link-Betriebsleiter nicht neuerliche Meldungen rund um den Fährbetrieb zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven kommentieren muss. Den Gerüchten um das Aus der Fährverbindung folgte zuletzt eine Beruhigung durch die estnische Geschäftsführung. Gestern platzte eine neue Bombe: Ab sofort ruht der Fährverkehr komplett, nachdem in der Vorwoche bereits die „Grete“ wegen eines vermeintlichen technischen Defekts ausgefallen war.

Die Eigentümer haben die Fähren bis auf Weiteres stillgelegt. „Die Verträge sind ausgelaufen, und die Schiffe wurden an die Eigentümer zurückgegeben“, erklärt Bässmann. Der Betriebsleiter arbeitet inzwischen fieberhaft an einem Notfallplan. „Wir sind in Gesprächen mit Niedersachsen und privaten Investoren“, erklärt er. Derzeit liegen beide Schiffe in Cuxhaven. „Ich hoffe, wir bekommen zumindest vier Abfahrten pro Tag hin“, hofft Bässmann. „So könnten wir zumindest unseren Frachtkunden eine Verbindung gewährleisten.“

Erst in der vergangenen Woche war die Elb-Link-Reederei Spekulationen um ein Aus entschieden entgegengetreten und hatte eine Garantie für den Fortbestand der Linie Brunsbüttel-Cuxhaven gegeben. „Elb-Link plant, die Linie langfristig und zuverlässig zu betreiben“, erklärte Geschäftsführer Gren Noormets. Eine Aussage mit einer geringen Halbwertszeit, wie sich nun herausstellt. Bernd Bässmann kann sich die estnische Euphorie der Vorwoche nicht erklären: „Auch für mich kam diese Nachricht überraschend.“ Er steht zwar in Kontakt mit der Geschäftsleitung, nähere Informationen aber kann auch sie nicht liefern. „Auch sie war überrascht von der Entwicklung“, erklärt Bässmann.

Die Zukunft der Fährverbindung ist offener denn je. Weiteren Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet. Die von der Reederei zuletzt angeführten technischen Defekte sowie eine dünne Personaldecke erscheinen als Gründe kaum mehr glaubwürdig. Die Gerüchte um eine mögliche Insolvenz will Bässmann nicht weiter kommentieren. „Ich kann zu den Hintergründen nichts sagen, denn ich kenne sie schlichtweg nicht.“

Ungewiss ist somit auch die Zukunft der Angestellten. Bässmann hatte zuletzt Sorge um die 52 Mitarbeiter geäußert: „Ich finde es sehr bedenklich, dass aufgrund der derzeitigen undurchsichtigen Situation im schlimmsten Fall auch Arbeitsplätze gefährdet sind.“ Ob die Verbindung ihren Betrieb wieder aufnehmen wird, ist nicht sicher. Fakt ist: In den kommenden Tagen fährt kein Schiff zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven – und Bernd Bässmann wird definitiv weitere Meldungen kommentieren müssen. Er ist wahrlich nicht zu beneiden.

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