Stromnetz : Erneuerbare Energien müssen ins Stromnetz

Mit Stromkabel: Udo Bottländer (li.)  und  Dr. Jörn Klimant.
Mit Stromkabel: Udo Bottländer (li.) und Dr. Jörn Klimant.

Eon investiert kräftig in Aus- und Neubau der Dithmarscher Umspannwerke. Anlage in Barlt wird für 2,3 Millionen Euro neu gebaut.

shz.de von
13. November 2013, 05:00 Uhr

Der Kreis Dithmarschen hat für die Schleswig-Holstein Netz AG eine besondere Bedeutung im Bereich erneuerbare Energien. Die Schleswig-Holstein Netz AG investiert in diesem Jahr 20,7 Millionen Euro in den Ausbau sowie die Instandhaltung ihrer Strom- und Gasnetze in Dithmarschen. Insgesamt 16,3 Millionen Euro fließen dabei in Neuinvestitionen. „Davon investieren wir 14,8 Millionen Euro ins Stromnetz, vorwiegend für EEG-Maßnahmen und 1,2 Millionen Euro ins Gasnetz“, sagt Udo Bottländer, Vorstand der Eon Hanse AG. Die ist zusammen mit über 200 schleswig-holsteinischen Kommunen an der Schleswig-Holstein Netz AG beteiligt.

Jährlich lädt die Eon Hanse zu einem Regionalforum alle Bürgermeister und andere Kommunalpolitiker ein, in diesem Jahr in den Landgasthof Harmonie in Barlt. Neben den Experten der Eon Hanse war auch Landrat Dr. Jörn Klimant Gast des Regionalforums. Für den Landrat hat die Partnerschaft des Kreises mit dem Konzern eine große Bedeutung. „Das Regionalforum ist dabei ein wichtiger Transmissionsriemen.“ Da Dithmarschen ein Überangebot an regenerativen Energien habe, sei das Thema Infrastruktur ein wichtiges Element. Klimant: „Derzeit interessiert uns besonders die Speicherung der Energien, und wir sind bestrebt mit der Eon Hanse Möglichkeiten auszuarbeiten.“

Udo Bottländer ging auf die Struktur der Eon ein: „Wir beabsichtigen, ein reines Infrastrukturunternehmen zu werden, werden uns komplett vom Vertrieb verabschieden.“ Die Netzentgelte würden sich reduzieren, nur ob sich daraufhin auch der Strompreis reduziere, kann Bottländer nicht garantieren, „da muss jeder Kunde mit den Händlern selbst reden“.

Ein massiver Ausbau erfolgt in der Windenergie. Aktuell entstehen vor allem in ländlichen Regionen immer mehr dezentrale Erzeugungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien (EEG). Dadurch verlagert sich die Aufgabe der regionalen Stromnetze von der Energieverteilung in Richtung Energieaufnahme. Dies erfordert den Neu- und Ausbau vorhandener Umspannwerke und Stromnetze.

„Das Umspannwerk Dieksanderkoog wurde für drei Millionen Euro schnell aus dem Boden gestampft und steht kurz vor der Inbetriebnahme“, erklärt Dieter Haack, verantwortlich für die Technik der Schleswig-Holstein Netz AG. Zwei 63-Megavoltampere-Transformatoren speisen den regenerativen Strom aus der Region in das vorgelagerte 110-Kilovolt-Netz. Kurz vor der Inbetriebnahme stehen die Umspannwerke Arkebek für 2,3 und Stübbel für 4,3 Millionen Euro. In Barlt wird für 2,3 Millionen Euro ein Umspannwerk mit einem 63-Megavoltampere-Transformator neu gebaut, Fertigstellung ist im Frühjahr 2014.

Im September dieses Jahres speisten im Kreis Dithmarschen bereits über 5100 regenerative
Erzeugungsanlagen grünen Strom in das Stromnetz der Schleswig-Holstein Netz AG ein. Mit rund 4640 Anlagen lag der Schwerpunkt dabei im Bereich Photovoltaik, gefolgt von Windkraftanlagen und Bio- beziehungsweise Deponiegas-Blockheizkraftwerken. Die angeschlossene Leistung der regenerativen Erzeugungsanlagen im Kreisgebiet beträgt knapp 1200 Megawatt. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 rund 2600 Megawatt Leistung installiert sein wird.

Mit einem speziellen Online-Portal ermöglicht es die Schleswig-Holstein Netz AG jedem Bürger, sich detailliert über den Stand des Netzausbaus im Kreis zu informieren, aber auch Netzengpässe frühzeitig zu erkennen und den regionalen Ausbaubedarf nachzuvollziehen.


> Infos: www.sh-netz.com/netz/netzausbau/planung

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