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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 02:37 Uhr

Erinnerungen an Ostpreußen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

200 Gäste beim Treffen der Kreisgemeinschaft Preußisch-Holland / Vortrag über Flucht aus der alten Heimat

„Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Fürst“, begann Friedrich Burggraf zu Dohna-Schlobitten seinen Festvortrag beim Treffen der Kreisgemeinschaft Preußisch-Holland. Er ließ die Geschichte seiner Vorfahren in den Kriegsjahren Revue passieren. Die Gäste sollten sich vorstellen, einen großen landwirtschaftlichen Betrieb mit entsprechendem Viehbestand zu führen, in einem riesigen Schloss zu leben, Kinder zu haben und verantwortlich zu sein für 600 Angestellte, Arbeiter und Familienangehörige. „Nun ist Krieg, und Sie alle sind im Kessel von Stalingrad und haben erkannt, dass der Krieg verloren ist.“ Das bedeutete, zu retten, was möglich ist.

Der Gastredner sprach über das einschneidende, schicksalhafte Ereignis des 20. Jahrhunderts: die Vorbereitung und schließlich das Verlassen der jahrhundertealten Besitzungen in Ostpreußen, insbesondere Schlobitten und Prökelwitz. In dem durch Bilder veranschaulichten Vortrag „Flucht der Trecks“ verdeutlichte der Referent, dass das Gelingen des Trecks nur ermöglicht wurde durch das Gefühl der engen Zusammengehörigkeit aller Teilnehmer und ihre Bereitschaft zur Unterordnung unter die Anweisungen des Fürsten.

Mehr als 200 Gäste füllten am zweiten Tag des Treffens den Saal im Klosterbrunnen. Bereits am Tag zuvor hatte Bernd Hinz, Vorsitzender der Kreisgemeinschaft, im Ständesaal zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung begrüßt und auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Dankbar zeigte er sich dabei für die mittlerweile seit 61 Jahren bestehende Patenschaft mit dem Kreis Steinburg und der Stadt Itzehoe. Als einen Akt von hoher Symbol- und Aussagekraft bezeichnete Hinz die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde, die die bisherige Patenschaft der Stadt noch einmal bekräftigte und für die Zukunft vertiefte. Auch erinnerte er an das sehr eindrucksvolle Kulturprogramm. Einen ganz besonderen Dank richtete er abschließend an den früheren Kreispräsidenten Hans-Friedrich Tiemann, der der Kreisgemeinschaft stets ein verlässlicher und warmherziger Partner gewesen sei.

Dank galt auch dem 84 Jahre alten Bruno Behrendt aus dem Oberbergischen. „Er hat über 20 Jahre die Kreiskartei geführt“, so Hinz. Behrendt betonte, dass er stets versucht habe, die Kreisgemeinschaft zum Wachsen und Gedeihen zu bringen. „Ich habe 8300 Namen zusammengetragen und damit die Kartei zum Blühen gebracht“, sagte der rüstige Senior. Es sei ihm stets eine Freude gewesen, bei der Ahnenforschung oder bei Nachforschungen von vermissten Personen helfen zu können.

„Ostpreußen erleben, erfahren, erinnern und bewahren“ stand für den CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich im Mittelpunkt seiner Festrede. Er gehöre zwar nicht zu der betroffenen Generation, sein Interesse an Ostpreußen sei durch eine Forschungsarbeit und seine Vorfahren entstanden. „Die jüngere Generation sollte das kulturelle Erbe bewahren.“ Bürgervorsteher Heinz Köhnke dankte insbesondere Gudrun Collmann, der Geschäftsführerin der Kreisgemeinschaft, die das Haus der Heimat als Museum der Kreisgemeinschaft zu einem Juwel der Erinnerung gemacht habe. „Seien Sie stolz darauf – wir sind es allemal.“

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erstellt am 16.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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