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Fernsehbeitrag : Erinnerungen an einen Bus für DDR-Kinderheim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ungewöhnliche Hilfsaktion für ein Kinderheim: Kurz vor der Wiedervereinigung gelang es Brigitte Trinks aus Schenefeld, einen kompletten Bus kostenlos in die damalige DDR zu bringen.

Ein Bus für ein Kinderheim in Rerik - Es war im Jahr 1990, kurz vor der deutschen Wiedervereinigung, als es Brigitte Trinks aus Schenefeld (damals Wacken) gelang, einen kompletten Bus kostenlos in die damalige DDR nach Rerik zu bringen. „Es ist schon lange her, aber ich erinnere mich noch sehr gut an diese Aktion“, sagt die gebürtige Thüringerin. Inzwischen ist auch wieder der NDR auf diese alte und neue Geschichte aufmerksam geworden. Gemeinsam mit Gitta Trinks haben drei NDR-Kameraleute Rerik besucht und einen kleinen Film gedreht. Sendetermin ist heute, 1. Oktober, in der NDR-Sendung DAS zwischen 18.45 und 19.30 Uhr.

Brigitte Trinks besuchte im Sommer 1990 im Urlaub das Ostseebad Rerik und erfuhr bei der Lektüre der Ostseezeitung von dem Kinderheim ,,Jenny Marx“, das dringend Unterstützung suchte. „Ich habe Apfelsinen und Schokolade eingepackt und dem Heim einen Besuch abgestattet“, blickt sie zurück. 98 Kinder lebten zu der Zeit in dem Heim, die sich über die Besucherin freuten und ihr einen ziemlich ramponierten ausgedienten alten Bus zeigten, der ihnen bei schlechtem Wetter am Strand mehr schlecht als recht Schutz bieten sollte.

Wieder zu Hause angekommen, sann die Besucherin auf Abhilfe. Die damalige NDR-Sendung ,,Flohmarkt“ kam ihr in den Sinn, in der von den Moderatoren versucht wurde, auch ausgefallenere Kaufwünsche durch andere Hörer zu erfüllen. Der Wunsch nach einem Omnibus, so schmunzelt Gitta Trinks noch heute, sei dem Moderator allerdings auch noch nicht untergekommen. Aber die Anruferin hatte Glück, in der Nähe von Lübeck hatte Busunternehmer Hillmar Mey mit gehört und sie sofort zu einem Treffen eingeladen. „Mehrere Busse standen dort, ich durfte mir den Besten davon aussuchen“, ist Gitta Trinks heute noch dankbar. TÜV-geprüft und mit neuen Reifen versehen wurde er kostenlos bereitgestellt und dann nach Rerik gebracht.

Inzwischen war auch schon ein Spendenkonto für die Heimkinder eingerichtet worden, so dass gleichzeitig auch eine schöne Summe überbracht werden konnte. Einige der Spender waren mitgereist und knüpften gleich nette Kontakte zum Heimpersonal und besonders zu den Kindern. „Nach der Wende war es dann möglich, Heimkinder in den Ferien aufzunehmen“, freut sich Gitta Trinks noch heute. Einige von ihnen seien dann später ganz hier geblieben und in Pflegefamilien untergekommen.

Die Schenefelderin hat auch nach der langen Zeit noch viele Kontakte zu den damaligen Pflegekindern. Darum plant sie im Mai 2014 in Rerik ein Treffen mit Kindern und Gastfamilien. Aus dem damaligen Kinderheim ist inzwischen ein modernes Jugendgästehaus mit dem schönen Namen ,,Regenbogen“ geworden, in dem Kinder und Jugendliche tolle Ferien an der Ostsee verbringen können.



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erstellt am 01.Okt.2013 | 17:00 Uhr

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