zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 21:23 Uhr

Dackelrennen : Erik und sein tierischer Trainer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehrere hundert Zuschauer verfolgten gestern das neunte Dackel-Rennen auf dem Rasen vor dem Landgericht – am Ende hatte Mogli die Schnauze vorn.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 05:07 Uhr

Der Trainer ist der größte. Und deswegen auch ganz ruhig. Fionn überragt die Teilnehmer des Dackelrennens um einige Haupteslängen. Der siebenjährige Irische Wolfshund sitzt neben dem Dackelrenn-Parcours, der vor dem Landgericht aufgebaut ist. Zwar kann er selbst bis zu 45 km/h schnell laufen, aber für die Kategorie Nicht-Dackel ist er nicht gemeldet. Denn er hat seinen Job schon vor Beginn des Rennens erledigt – als Coach. „Wir haben Windhunde und haben mit Erik ein bis zwei Mal im Monat trainiert“, sagt Halter Torsten Gabler aus Sommerland, der hier wohl mit einem der größten und einem der kleinsten Hunde zu Gast ist. Denn Erik – das ist der zweijährige Dackel der Familie, der am Start wartet. Sein Herrchen gibt noch ein Fernsehinterview, aber Erik will los. Als Rennleiter Heiko Mielke, der hauptberuflich als Clown arbeitet, das Startkommando gibt, rast Erik los – und gewinnt locker seinen Vorlauf. „Wir haben als Lockmittel Flatterband benutzt, wie bei den Windhunden, die auf Sicht jagen. Das funktioniert auch bei Dackeln“, sagt der Halter zufrieden. „Wenn Erik erst mal läuft, dann läuft er.“

Am Ende reicht es für ihn jedoch nur für Platz 14. Bei den Dackeln gewinnt Mogli mit einer Zeit von 6,8 Sekunden für die 50 Meter lange Strecke die Goldene Wurst von Itzehoe. Extra aus dem dänischen Frederiksberg in der Nähe von Kopenhagen ist Halterin Silvia Somrowski mit ihm angereist.

Bei allem Ehrgeiz der Hundehalter, die zum Teil hunderte Kilometer zurückgelegt haben, um an dem Event teilzunehmen, steht der Spaß im Vordergrund. So wie bei den hundelosen Gästen aus Augsburg, Hamburg und Essen, die fein in Schale das Rennen verfolgen. „Für uns ist das so ein bisschen wie Ascot hier“, sagt Leonie Schiffer, die eine Schleife im Haar trägt. Doch anders als beim berühmten Pferderennen in Großbritannien steht nicht nur das Tempo im Vordergrund, wie Schirmdackel Trotzki zeigt, der zu Beginn des Rennens erst einmal ein Loch auf der Strecke gräbt, statt zu seinem Frauchen Katrin Götz zu laufen, die das Rennen zum neunten Mal organisiert hat. „Wenn ich in die Augen des begeisterten Publikums schaue, weiß ich, dass sich die viele Arbeit wieder gelohnt hat“, sagt Götz

Für Torsten Gabler zeigt das Rennen vor allem eins: „Man sieht hier, dass Dackel nicht nur dem Klischee des kläffenden Hundes entsprechen, sondern viel mehr können – das ist toll.“ Und Fionn? Der sitzt immer noch vor dem Landgericht, lässt sich von kleineren Dackeln anschnauzen und bleibt vor allem eines – ruhig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen