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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 02:39 Uhr

Erfolgsgeschichte Mädchenfußball

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aus anfangs fünf Spielerinnen sind fünf Mannschaften geworden / Trainer loben guten Teamgeist und erkennen Unterschiede zur Männersparte

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2014 | 16:54 Uhr

Ein Nachmittag auf dem Sportplatz beim ETSV Fortuna Glückstadt: trübes Herbstwetter, matschiger Boden. Beim Training der weiblichen D-Jugend sind die Mädchen trotzdem mit Eifer und Spaß dabei. Es herrscht ein fröhliches Miteinander. Eines wird dennoch klar: Die Mädchen haben es nicht leicht im Fußball. Da es nicht für alle Altersklassen genügend Spielerinnen gibt, müssen die Verantwortlichen improvisieren. Mädchen müssen schon mal gegen Jungs ran oder spielen – wie die E-Jugend – gegen Gegnerinnen, die drei Jahre älter sind als sie selbst (D-Jugend). „So lernen die Mädchen schon früh, sich auch gegen Stärkere durchzusetzen“, gewinnt Trainer Andrew Rollett dem Ganzen eine positive Seite ab.

Obwohl die Mädchen des ETSV viele Herausforderungen meistern müssen, kann der Mädchenfußball in dem Verein dennoch als Erfolgsgeschichte gelten. Los ging alles im Jahr 2006 unter der Leitung von Kristiane Wolter. Sie wollte als Kind immer Fußball spielen, durfte aber nicht. Deshalb wollte sie den Mädchen von heute die Gelegenheit dazu geben. Nun ist sie Trainerin der weiblichen B-Jugend, der Jungs der Spielgemeinschaft mit Brunsbüttel und der Damenmannschaft. Auch ihre beiden Söhne spielen recht erfolgreich in Jugendmannschaften anderer Vereine.

In der Anfangszeit spielten beim ETSV fünf Mädchen in der damaligen D-Jugend (acht bis zehn Jahre). „Es sind mit den Jahren immer mehr geworden. Wir haben die Sparte bis jetzt systematisch ausgebaut“, so Trainer Rollett. Zunächst haben die Mädchen in der Anfangszeit nur Freundschaftsspiele machen können, dann auch am Punktspielbetrieb teilgenommen. „Zwei Jahre später waren es schon 40 Mädchen“, so Andrew Rollett, der auch Werbung für den Mädchenfußball an den örtlichen Schulen machte. Seit 2013 hält der Verein eine eigene Damenmannschaft.

Eine Spielerin, Lea Hippauf, spielt sogar beim FFC Magdeburg in der 2. Bundesliga. Sie habe die Glückstädter Jugendmannschaften durchlaufen und sei dann durch das Stützpunkttraining vom DFB ins Fußball-Internat gekommen.

Rollett erkennt deutliche Unterschiede im Mädchenfußball im Vergleich zu den männlichen Kickern: „Die Jungs gehen energischer auf den Ball, die Mädchen gucken eher, bleiben stehen, verschaffen sich einen Überblick – und spielen dann einen geschickten Pass.“ Einige von ihnen haben es auf diese Weise schon zum SH-Lehrgang geschafft. Einige Trainerinnen spielen selber im Verein Fußball und machen Lehrgänge und Fortbildungen, wie etwa Adriana Peters, die im Mittelfeld der Damenmannschaft aktiv ist. „Durch meine zwei großen Brüder bin ich schon seit der D-Jugend im Verein und habe anfangs gemeinsam mit meinem Zwillingsbruder bei den Jungs mitgespielt“, erzählt die 17-Jährige. „Das hat mir gefallen, und so bin ich bis heute dabei geblieben.“

In den Mädchenmannschaften herrscht ein guter Teamgeist, auch wenn die Spielerinnen in vier verschiedene Schulen gehen. Vor jedem Spiel bilden die Kickerinnen – von Kristina Wolter ausgedacht – einen Kreis und schwören sich mit einem Schlachtruf aufs Spiel ein: „Einer für alle, alle für einen. Auf geht’s Fortuna! Wir sind ein Team.“ „Es ist schön in dem Verein und macht Spaß“, sagt Marie Schidlowski (16), Innenverteidigerin und Kapitänin der B-Mädchen. Sie spielt seit sechseinhalb Jahren im Verein und hilft manchmal bei den Damen aus.

Die Arbeit der Fußballerinnen und ihrer Betreuer trägt trotz aller Widrigkeiten Früchte: Alle weiblichen Mannschaften des ETSV Glückstadt stehen recht erfolgreich im vorderen Mittelfeld da. Die Frauen sind sogar ungeschlagen Erste.

>Kontakt: Geschäftsstelle im Molenkiekergang 2, geschäftsstelle@etsv-fortuna.de.


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