Breitband : Erfolgsgeschichte geht weiter

Bis 2017 sollen in der Gemeinde Glasfaserkabel verlegt werden.
1 von 4
Bis 2017 sollen in der Gemeinde Glasfaserkabel verlegt werden.

Für die Ämter Wilstermarsch, Krempermarsch und Horst-Herzhorn liegen Angebote vor. Im fünften Gebiet beginnt jetzt die Vermarktung

von
11. Januar 2015, 08:00 Uhr

In vier Ämtern wird bereits am Glasfasernetz gearbeitet, für weitere drei Ämter sind beim Zweckverband Breitbandversorgung Steinburg jetzt Angebote eingegangen. Das betont Henning Rathjen, Verbandsvorsteher und Bürgermeister in Fitzbek, in einem Interview mit unserer Zeitung.

Das Ziel des Zweckverbandes ist es, die Einwohner der Mitgliedsgemeinden im Kreis Steinburg weitestgehend mit schnellem Internet via Glasfaser zu errichten, wie weit sind Sie?
Ratjen: In den vier Amtsbereichen Schenefeld, Itzehoe-Land, Breitenburg und Kellinghusen wird bereits an der Umsetzung gearbeitet. Die SWN Stadtwerke Neumünster hat im Auftrag des Verbandes in 2014 bereits 7,5 Millionen Euro verbaut.


Wo konkret sind die ersten Haushalte angeschlossen?
Ratjen: In dem Pilotabschnitt um Sarlhusen und Rosdorf wurde ein Großteil der Haushalte aufgeschaltet, diese nutzen also bereits die bestmögliche Internetverbindung. Die Aufschaltungen erfolgen meist unter Mitnahme der bisherigen Telefonnummer. In den nächsten Monaten werden die noch fehlenden jeweils zum Vertragsende beim bisherigen Anbieter umgestellt. Das funktioniert sehr gut.


Wie sieht es in den anderen Abschnitten aus?
Ratjen: Im Abschnitt zwei der Moordörfer um Wulfsmoor und Breitenberg sind 75 Prozent der Tiefbauarbeiten geschafft. Im ersten Quartal werden die Aufschaltungen erfolgen. Im Abschnitt drei um Poyenberg sind die Tiefbauer ebenfalls unterwegs, im vierten Abschnitt um Looft sind wir bei der Feinplanung, fertig sind wir dort Ende des dritten Quartals.


Klingt gut, gibt es keine Probleme?
Ratjen: Und ob, bei einem Investitionsvolumen von 44 Millionen Euro gibt es immer Probleme. Mal ist es eine gekappte Stromleitung oder Gasleitung. Oder auch der Anschluss ist nicht so schnell fertig wie seitens der Eigentümer gewünscht, mal ist es die Querung der Bahntrasse. Wir alle machen hin und wieder Fehler. Mal ist es der Planer, der Bauarbeiter, die SWN oder auch der Zweckverband. Dann versuchen wir, das wieder hin zu bekommen. Oft ist es eher ein Kommunikationsproblem. Die sehr engagierten Bürgermeister und Gemeindevertretungen federn viel ab, ihr Engagement ist sehr hoch und dafür bin ich sehr dankbar.


Einige Außenanlieger werden nicht erschlossen?
Ratjen: Ja, das ist leider so. Aber auch wir als Zweckverband müssen die Ökonomie im Griff behalten. 100 Prozent Erschließung ist nicht möglich. Teilweise sind Gemeinden stärker betroffen, da sie stark zersiedelt sind. Das stößt auch schon mal auf Unverständnis. Aber als Verbandsvorsteher ist es meine Aufgabe hart zu bleiben, auch wenn ich die Einzelfälle gut kenne. Und dennoch, in nicht wenigen Fällen haben die Gemeinden oder die Außenanlieger selbst mit angepackt. Da ist vieles möglich. Und auch wir als Zweckverband haben ein Auge drauf. Je mehr Außenanlieger an einer möglichen Trasse mitmachen, desto eher ergeben sich auch alternative Möglichkeiten der Umsetzung.


Gibt es schon erste Erfahrungen der Kunden, die angeschlossen wurden?
Ratjen: Ja, erst nach und nach wird vielen der Quantensprung bewusst. Die Begeisterung ist sehr hoch. Wir haben Hauseigentümer, die sich erst nach Ende der Bauarbeiten im Ort melden und doch angeschlossen werden wollen. Das machen wir natürlich gern, müssen dann aber auf die Anschlussgebühren bestehen. Deshalb: Besser gleich mitmachen.

In welchen Gebieten geht es weiter?
Ratjen: Wir beabsichtigen, in diesem Jahr zwölf bis 15 Millionen Euro zu verbauen. Daher starten wir in wenigen Tagen im Abschnitt fünf mit der Vermarktung, das sind die Gemeinden Aasbüttel, Agethorst, Besdorf, Bokelrehm, Bokhorst, Gribbohm, Holstenniendorf und Nienbüttel.

Die Ausschreibung für die Ämter Wilstermarsch, Krempermarsch und Horst-Herzhorn ist unterwegs. Wie sieht es da aus?
Ratjen: Das Teilnahmeverfahren wurde im Dezember letzten Jahres erfolgreich abgeschlossen. Die Bieter haben gerade erste indikative Angebote abgegeben und in wenigen Tagen werden wir die erste Runde der Bietergespräche abgeschlossen haben.


Können Sie etwas zu den Bietern sagen, wie viele sind es?

Ratjen: Das Verhandlungsverfahren lebt von seiner absoluten Vertraulichkeit. Insofern kann ich dazu nichts sagen. Das Verhandlungsteam des Zweckverbandes ist jedoch mit dem bisherigen Ablauf sehr zufrieden. Ob es zum Schluss für einen Vertrag mit einem Anbieter reichen wird, hängt von vielen Faktoren ab. Im März werden wir es wissen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen