Erfolgsgeschichte BKK - vom Baby zur Braut

Jubiläumsredner (v. li.): Ernst Butz, Rüdiger Blaschke, Annika Hermenau, Rainer Tietz, Claudia Korf, Peter Peuser und Dr. Günter Maschke bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der BKK Gruner + Jahr. Fotos: Götz
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Jubiläumsredner (v. li.): Ernst Butz, Rüdiger Blaschke, Annika Hermenau, Rainer Tietz, Claudia Korf, Peter Peuser und Dr. Günter Maschke bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der BKK Gruner + Jahr. Fotos: Götz

Ihr zehnjähriges Bestehen und zugleich die Fusion mit der Novitas feierte die BKK Gruner + Jahr gestern.

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09. Januar 2009, 09:24 Uhr

Itzehoe | "Wozu bin ich eigentlich eingeladen: Zu einem Jubiläum, einer Hochzeit oder einer Taufe?" Das hat sich wohl nicht nur Claudia Korf, Vorstand des BKK-Landesverbands Nord, gefragt, als sie gestern ins theater itzehoe kam. Denn mit dem zehnten Geburtstag der BKK Gruner + Jahr endet zugleich eine Ära: Zum 1. Januar 2009 hat sich die Krankenkasse mit der Novitas Vereinigte BKK aus Duisburg zur "Novitas BKK - Die Präventionskasse" zusammengeschlossen.

Von Wehmut war bei der Feierstunde allerdings wenig zu spüren. Der Blick auf den erreichten Erfolg stand im Mittelpunkt. Und "Vater des Erfolgs" sei Rainer Tietz, Vorstand seit der ersten Stunde, betonte Dr. Günter Maschke, Verwaltungsratsvorsitzender der BKK Gruner + Jahr. "Er war immer bereit, neue Wege zu gehen." Und das sei von Beginn an nötig gewesen, denn zunächst galt es ein "bizarres Anti-BKK-Bündnis" zu überwinden. "Bei Machern ist oft der Erfolg größer als die Menschlichkeit", sagte Maschke. Anders bei Rainer Tietz. "Durch seine bodenständige Art hat er maßgeblich zur Sympathie der Kasse beigetragen." Mangelnde Ausstattung zu Beginn sei durch Enthusiasmus ausgeglichen worden. Und so gelang es, "das Baby BKK G + J zu einer stattlichen Braut zu machen, die nun zum Altar geführt wurde".

Ob ihm das nicht schwer gefallen sei, werde er oft gefragt, sagte Rainer Tietz und antwortete mit einem klaren Nein. "Gute Eltern müssen ihr Kind auch mal aus der Hand lassen." Die Gesundheitsreform sei "gaga", meinte Tietz, "die hätte man lieber eingestampft". Doch wenn man etwas nicht ändern könne, müsse man sich dem stellen - und so sei die Fusion ein logischer Schritt gewesen.

Tietz erinnerte sich an den Beginn, als in den Geschäftsräumen an der Timm-Kröger-Straße nicht einmal Lampen hingen und die Verträge für die ersten Mitarbeiter Mirja Tüchsen und Jan Horstmann auf Klappstühlen geschrieben wurden. "Die lockere Art miteinander umzugehen, haben wir beibehalten", sagte Tietz, der das Fest den Mitarbeitern widmete. "Man kann ein guter Trainer sein, aber die Mannschaft muss stimmen."

Das bestätigte Annika Hermenau, Vertreterin der Auszubildenden. "Das einzigartige Betriebsklima hätte ich nicht erwartet." Keine Sekunde habe sie bereut, bei der BKK G+J angefangen zu haben. "Der Star ist das Team - das trifft voll zu."

Und damit war auch ein Teil von Claudia Korfs Frage beantwortet: "Es ist auf jeden Fall eine Familienfeier." Es warteten viele Herausforderungen auf die "neue BKK", sagte Korf: "Die Einschläge werden dichter, die Regulierungen engmaschiger." Eine Fusion alleine reiche nicht als Erfolgsgarantie. "Man muss seine Wurzeln kennen, aber im Kopf beweglich bleiben und ein mutiges Herz besitzen." Gefragt sei "ein kühler Kopf statt kalter Füße". Die Kasse brauche ein eigenes Profil. "Bleiben Sie solide, treffen Sie Entscheidungen rechtzeitig, bleiben Sie nah am Menschen, pflegen sie Partnerschaften", gab Korf mit auf den Weg. Motivierte Mitarbeiter seien der Schlüssel zum Erfolg, aber auch die regionale Bindung.

Dass eine "gelebte Ortsbindung" bereits bestehe, betonte Bürgermeister Rüdiger Blaschke. Das zeige auch die Unterstützung des Störlaufs. Unternehmen wie die BKK G+J seien "eine hervorragende Visitenkarte für die Region".

Optimistisch in die Zukunft blickte Novitas-Vorstand Ernst Butz: "Gemeinsam sind wir auf dem richtigen Weg." Das meint auch Peter Peuser, Novitas-Aufsichtsratsvorsitzender. Fusionen hätten oft einen negativen Beigeschmack. Doch hier hätten sich zwei gesunde, erfolgreiche Unternehmen gefunden. Entscheidend werde sein, sich mit dem neuen Unternehmen zu identifizieren und es mit Leben zu füllen. "Die BKK Gruner + Jahr hat gezegit, wie man es schaffen kann."
157 Mitarbeiter
Mit 628 Versicherten und drei Mitarbeitern startete die BKK Gruner + Jahr am 1. Januar 1999 als geschlossene Betriebskrankenkasse für das Unternehmen Gruner + Jahr. Am 1. Dezember 2001 wurde sie für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, die Bezirke Köln und Düsseldorf sowie Schleswig-Holstein geöffnet. Seit April 2004 führt sie den Zusatz „Die Präventionskasse“. Im Dezember 2008 hatte die Kasse rund 100 000 Versicherte und 157 Mitarbeiter

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