Regionale Wirtschaft : Erfolgsfirma baut in Edendorf

Zeigt eine in Itzehoe entwickelte Maschine: Holger Jacobsen (r.) mit Andreas Koeppen (l.) und Thomas Carstens.
Zeigt eine in Itzehoe entwickelte Maschine: Holger Jacobsen (r.) mit Andreas Koeppen (l.) und Thomas Carstens.

Hightech-Maschinen für Verpackungen in Itzehoe: Esko-Graphics verlegt Standort vom Heerskamp an Zusestraße.

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12. April 2018, 05:41 Uhr

Es kann eine Packung Waschmittel sein. Oder Aufschnitt. Oder Schokolade. Was beim Einkaufen auch im Wagen landet, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass eine Itzehoer Firma beteiligt war: „Neun von zehn Produkte im Supermarkt sind irgendwie mit Hilfe von Esko-Produkten erstellt worden“, sagt Holger Jacobsen. Er ist Geschäftsführer der Itzehoer Niederlassung der Esko-Graphics Imaging GmbH, und die erfolgreiche Arbeit hat Folgen: Weil der Standort am Heerskamp zu klein geworden ist, baut das Unternehmen derzeit in der Zusestraße neu.

Esko konzentriere sich auf den flexiblen Verpackungsdruck, erläutert Jacobsen. In Itzehoe werden die Anlagen entwickelt und produziert, mit denen Kunden ihre Verpackungen bedrucken. „70 Prozent dieser Anlagen kommen weltweit aus Itzehoe“, sagt der 50-Jährige, der als Praktikant bei Esko anfing und dort fast sein gesamtes Berufsleben verbrachte. Neben dem Standort Itzehoe leitet er auch den zweiten europäischen Produktionsstandort im tschechischen Brno, wo große Schneidetische hergestellt werden. Verpackungen hätten für Markenartikler einen immens hohen Wert, so Jacobsen. „Heutzutage verkauft sich teilweise eher die Verpackung als das Produkt.“ Dafür biete Esko die gesamte Wertschöpfungskette vom Design, bei dem Artikel virtuell ins Regal gestellt werden können, bis zur Software für Produktionsabläufe. „Wir verkaufen eher Lösungen als einzelne Produkte“ – dazu gehören auch Datenbanken für Unternehmen.

Deshalb sei der Anteil an Büroflächen recht hoch, 14 Ingenieure seien mit Forschung und Entwicklung beschäftigt. Der Vertrieb läuft über die Muttergesellschaft, insgesamt wird in Itzehoe laut Jacobsen ein Umsatz in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro erwirtschaftet. Neue Esko-Anlagen, vorgestellt 2016 bei der Leitmesse Drupa in Düsseldorf, haben schon mehrere Industriepreise abgeräumt und sind sehr erfolgreich. Das sei ein Grund, warum das Unternehmen im Heerskamp an die Grenzen stoße. Es seien bereits Räume in der Stadt angemietet worden.

Deshalb habe er vor rund zwei Jahren die Fühler ausgestreckt und sei zum Glück an den städtischen Wirtschaftsförderer Thomas Carstens geraten, sagt Jacobsen. „Die Stadt Itzehoe war sehr, sehr hilfreich.“ Das Ziel sei gewesen, in Itzehoe zu bleiben – aber es war durchaus knapp, wie Carstens sagt: „Es gab die Gefahr eines Abwanderns aus dem Stadtgebiet.“ Die Fläche an der Zusestraße war die eine Hilfe, die andere war die Vermittlung eines Investoren. Den zu finden, sei gerade in Itzehoe nicht so einfach, so Jacobsen. „Nicht jeder sieht Itzehoe so positiv wie wir“, bestätigt Carstens. Mit der May & Co Gewerbebauten GmbH wurde dieses Problem auch gelöst. Sehr viel Arbeit sei investiert worden, betont Bürgermeister Andreas Koeppen. „Dass es doch noch gelungen ist, ist ein Glanzstück von allen Beteiligten.“

Heraus kam eine „super Lösung“, freut sich Jacobsen. Die Nutzfläche wächst von 2800 auf 4200 Quadratmeter, „alles unter einem Dach“. Schon im dritten Quartal will er in das von der Flethseer Firma Schütt gebaute Gebäude zumindest mit der Produktion einziehen. Das Geschäft solle weiter wachsen, „damit wachsen auch die Mitarbeiterzahlen“. Derzeit sind es 75.

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