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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 11:03 Uhr

Erfolgreichstes Jahr seit Privatisierung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Freizeitbad Brunsbüttel GmbH: Geringerer Zuschussbedarf trotz rückläufiger Besucherzahlen

Die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH ist wirtschaftlich auf einem guten Weg, auch wenn die Besucherzahlen im Jahr 2013 zurückgegangen sind. Davon ist Bürgermeister Stefan Mohrdieck überzeugt. Ein Grund dafür ist die Anpassung der Öffnungszeiten. Der personelle Wechsel an der Spitze der städtischen Tochtergesellschaft hat dagegen umsatzsteuerliche Gründe. Ein Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer und seinem Vorgänger Dr. Guido Austen, der zum 1. Januar 2014 zum Prokuristen berufen wurde.

Die Zahlen für 2013 liegen vor. Sind Sie zufrieden?
Guido Austen: Mit 69 622 Schwimmbad-Besuchern im Freizeitbad LUV haben wir das Vorjahresergebnis nicht erreichen können. Das gilt auch für den Sauna-Bereich, den 13 265 Gäste genutzt haben. Wenn man diese Zahlen mit anderen Bädern in der Region vergleicht, darf man aber nicht vergessen, dass das LUV durch die lange Sommerpause nur neun Monate und seit September auch nur noch an sechs Tagen in der Woche geöffnet hat. Rechnen wir die 19 135 Freibad-Besucher dazu, haben wir das Vorjahresergebnis nur knapp verfehlt. Und das ist der Punkt: Wir müssen unsere beiden Bäder als Einheit sehen.

Ein leichter Besucherrückgang bleibt trotzdem. Wie erklären Sie sich das?
Guido Austen: Demografischer Wandel, gesellschaftlicher Wandel. Das mag abgedroschen klingen, aber es ist so. Für Kinder und Jugendliche ist Schwimmen einfach nicht mehr cool. Wir haben überwiegend Stamm- und Dauergäste in den Bädern. Moderate Preisanpassungen führen dann schnell dazu, dass sie nicht mehr vier Mal pro Woche, sondern nur noch drei Mal kommen. Das spiegelt die Besucherstatistik wider.

Nutzer sind das eine. Wie sieht es wirtschaftlich aus?
Guido Austen: Betriebswirtschaftlich gesehen war die Reduzierung der Öffnungszeiten absolut richtig. Wir haben den städtischen Zuschussbedarf auf etwa 600 000 Euro senken können. 2013 war damit das erfolgreichste Jahr seit der Privatisierung.
Stefan Mohrdieck: Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass sich Erfolg in erster Linie über Besucherzahlen ausdrückt. Wir müssen uns daher bemühen, diese zu steigern. Die Aqua-Kurse in Kooperation mit der Volkshochschule laufen richtig gut. Wir haben in der Region ein riesiges Potenzial, vor allem im Kreis Steinburg. Ein Beispiel: Von Glückstadt nach Brunsbüttel ist es nicht weiter als von Glückstadt nach Elmshorn oder Itzehoe. Das müssen wir künftig besser herausstellen. Mit Hallenbad, Sauna und Bistro halten wir ein Superangebot vor. Gerade die Badelandschaft mit ihren 28 bis 34 Grad Celsius warmen Schwimmer-, Erlebnis-, Baby- und Außenbecken ist an der Westküste einmalig.

Der Wechsel in der Geschäftsführung der Freizeitbad Brunsbüttel GmbH kam für viele überraschend: Warum haben Sie den Posten übernommen?
Stefan Mohrdieck: Das hat einzig und allein steuerliche Gründe. Ich reiße mich nicht darum, aber es hilft dem Unternehmen und damit der Stadt Brunsbüttel. Die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH ist eine defizitäre Einrichtung, aber eben auch eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt. Mit der Übernahme der Geschäftsführung wird das jetzt nach außen hin sichtbar.

Was bedeutet das konkret?
Stefan Mohrdieck: Das Finanzamt hat uns bei der Umsatzsteuersonderprüfung angekündigt, dass die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH die städtischen Haushaltsmittel, mit denen wir den laufenden Betrieb bezuschussen, ab diesem Jahr in vollem Umfang umsatzsteuerpflichtig werden. Bei einem jährlichen Zuschussbedarf von etwa 600 000 Euro würde das für die Freizeitbad GmbH einen sechsstelligen Betrag bedeuten, der nicht refinanzierbar ist – und damit zusätzlich von der Stadt erbracht werden müsste.
Durch Ihren Einstieg als Geschäftsführer fällt keine Umsatzsteuer an?
Stefan Mohrdieck: Richtig. Als Tochtergesellschaft hat die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH eine öffentliche Daseinsvorsorge von der Stadt – also der Muttergesellschaft – per Vertrag übernommen. Die Übernahme der Geschäftsführung zeigt den Einfluss und die Kontrolle durch die Stadt über das Unternehmen. Da die Geschäftsführung auch mit Personalangelegenheiten verbunden ist, konnte nach der Gemeindeordnung nur der Bürgermeister – also ich – das Amt annehmen.

Wie wollen Sie die Freizeitbad Brunsbüttel GmbH weiter entwickeln?
Guido Austen: Einerseits über offene Aqua-Fitness-Kurse oder spezielle Angebote wie unsere Sauna-Nacht am 28. März. Wir denken auch über neue Werbemaßnahmen nach – mit dem Ziel, die angesprochenen Potenziale besser auszuschöpfen und neue Zielgruppen zu gewinnen.
Stefan Mohrdieck: Vorstellbar wären Gesundheitskurse für Unternehmen, ähnlich dem Gesundheitstag, den wir als Stadtverwaltung für unsere Mitarbeiter im Freizeitbad LUV anbieten. Vieles ist möglich, wir müssen es nur anpacken und umsetzen.


>Freizeitbad Brunsbüttel GmbH im Internet: www.freizeitbad-brunsbuettel.de


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