Erfolgreiches Jahr für Schülerfirmen

Erfahrungen als Firmenchefs: Anna Wessel und Anna Höhrmann  („Für Euch“, vorn v. l.) mit  (hinten v. l.) Lehrer Johannes Schmidt, Leonie Krohn und Hana Ibrahim („Mwangaza“), Wirtschaftspate Michael Herold, Arik Bartels und Felix Kunert („Over Clocked“).
Erfahrungen als Firmenchefs: Anna Wessel und Anna Höhrmann („Für Euch“, vorn v. l.) mit (hinten v. l.) Lehrer Johannes Schmidt, Leonie Krohn und Hana Ibrahim („Mwangaza“), Wirtschaftspate Michael Herold, Arik Bartels und Felix Kunert („Over Clocked“).

Neuntklässler des Sophie-Scholl-Gymnasiums gründeten drei Unternehmen und ziehen Bilanz des Projekts „Junior“

shz.de von
10. Juni 2014, 05:00 Uhr

„Das Jahr war viel zu kurz. Wir würden so gerne weitermachen.“ Anna Wessel und Anna Höhrmann vom Sophie-Scholl-Gymnasium waren zwei von 30 Teilnehmern beim Projekt „Junior“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, das im Wahlpflichtkurs Wirtschaft und Politik der neunten Klassen mit Lehrer Johannes Schmidt stattfand. Je zehn Gymnasiasten gründeten für ein Jahr eine Firma – zum Teil mit großem wirtschaftlichem Erfolg. Nun fand die Auflöseveranstaltung statt.

Mit ihrer Kinderevent-Firma „Für Euch“ hat das Team um die Geschäftsführerinnen Anna Wessel und Anna Höhrmann nicht nur Kindergeburtstage, Fotoshootings oder den Kindertag bereichert, sondern auch beachtliche Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Sogar der Radiosender RSH brachte einen Beitrag über das Angebot der Schülerinnen. Viele positive Rückmeldungen, ein Endkontostand von 630 Euro und die noch ausstehende Buchung für das Sommerfest an der Steinburgschule bestätigten die Neuntklässler in ihrer Arbeit. „Es hat großen Spaß gemacht“, sagte Anna Wessel. „Die Verantwortung war toll“, meinte Anna Höhrmann. „Wir hätten nicht gedacht, dass unsere Geschäftsidee so gut ankommt bei den Leuten.“ Das eingenommene Geld möchten die Schülerinnen an Mercy Ships und ein Frankfurter Waisenhaus spenden, vom Rest geht die Gruppe gemeinsam essen.

Eine völlig andere Idee entwickelte das Schülerteam von „Over Clocked“: Sie fertigten individuelle Uhren aus Schallplatten. „Wir wollten etwas machen, was man auch im Haushalt gebrauchen kann“, sagte Felix Kunert. „Unser Grundthema war auch Recycling. Nichts wegwerfen, sondern neu verwerten.“ Zwölf Uhren hatten die Schüler bisher verkauft und damit 232 Euro eingenommen, hinzu kamen 36 verkaufte Anteilsscheine für insgesamt 347 Euro. Als positive Erfahrungen nahmen die Neuntklässler Teamarbeit, Zusammenhalt, Selbstvertrauen, Kundenkontakt und natürlich Spaß mit. Ihre Einnahmen möchten sie an das Kinderhaus Blauer Elefant spenden, um einem Kind ein Jahr lang ein Mittagessen zu finanzieren. Bis zum Ende des Schuljahres läuft der Uhrenverkauf noch weiter.

Finanziell besonders erfolgreich war die Schülerfirma „Mwangaza“, was auf Suaheli „Lichtschein“ bedeutet. Die Firma verkaufte Anteilsscheine im Wert von 10 bis 50 Euro. Die Anteilseigner unterstützen damit die Finanzierung einer Solaranlage an der Secondary-School in Leguruki, Tansania. Rund 180 Schüler leben im Internat der Schule und zahlen jährlich 350 Dollar Schulgeld. Die Schule hat keine Stromversorgung. Rund 120 Anteilsscheine wurden bisher verkauft und damit 2800 Euro eingenommen. „Als wir das Unternehmen gegründet haben, hatten wir Vorstellungen von unter 1000 Euro“, sagte Leonie Krohn. „Unser Ziel ist weit übertroffen worden.“ „Mwangaza“ wird von zahlreichen Firmen aus dem Kreis unterstützt.

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