Gemeinschaftsschule : Erfolgreicher Start der Oberstufe

Sind bisher mehr als zufrieden: Die Lehrer Hagen Stolp und Jürgen Potthoff-Jürs mit Schulleiter Gerd-Christian Thielmann (hinten von links) sowie die Schüler (von links) Madleen Fabisch, Jasmin Gosch,   Ebba Nagel, Oliver Ehrngruber   und Jacqueline Fries.
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Sind bisher mehr als zufrieden: Die Lehrer Hagen Stolp und Jürgen Potthoff-Jürs mit Schulleiter Gerd-Christian Thielmann (hinten von links) sowie die Schüler (von links) Madleen Fabisch, Jasmin Gosch, Ebba Nagel, Oliver Ehrngruber und Jacqueline Fries.

40 Schüler mit den Schwerpunktfächern Sport, Geschichte und Biologie werden in Kellinghusen unterrichtet. Lehrer und Schüler nach drei Monaten zufrieden.

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06. November 2013, 12:15 Uhr

Familiäres Klima, übersichtliche Klassen, hilfsbereite Lehrer, überzeugende Konzepte – die Startphase der gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule (GMS) verlief erfolgreich. Das betonen sowohl Lehrer als auch Schüler gegenüber unserer Zeitung. „Wir hatten einen Super-Start“, sagt Schulleiter Gerd-Christian Thielmann. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gymnasien legen in Kellinghusen die Schüler das Abitur nach 13 und nicht nach 12 Jahren ab.

40 Schüler haben nach den Sommerferien den Unterricht im neuen elften Jahrgangs aufgenommen, sie konnten wählen zwischen den Profilen Sport, Biologie und Geschichte. Auf reine Profiklassen verzichtete die Schule dabei, die Jugendlichen sind stattdessen in zwei Klassen aufgeteilt, die sich dann in den verschiedenen Kursen mischen. „Dadurch lernen wir alle Mitschüler auch kennen“, nennt Jasmin Gosch einen Vorteil dieses Kurssystems. Die 17-jährige Brokstedterin ging zuvor in Bad Bramstedt aufs Gymnasium, bevor sie zum neuen Schuljahr nach Kellinghusen kam. „Der Wechsel hat mir wieder Motivation gegeben. Es macht wieder Spaß, zur Schule zu gehen.“ Auch ihre Noten seien besser geworden. “ Im Gegensatz zur Nachbarstadt gefalle ihr hier vor allem die Übersichtlichkeit.

Dies betont auch Ebba Nagel (17), die von der Itzehoer AVS zur Gemeinschaftsschule Kellinghusen wechselte. „Hier ist es überschaubar, die Jahrgänge sind nicht so groß.“ Deshalb könne und werde viel gemeinschaftlich gearbeitet. Positiv bewertet sie auch, dass auf alle Schüler eingegangen werde und sie unterstützt würden. So kann Ebba weiterhin Lateinunterricht wahrnehmen und sich auf das große Latinum vorbereiten, obwohl die Moordiekerin die einzige Schülerin ist, die bereits drei Jahre Latein hinter sich hat. Andere Schüler der GMS belegen erst seit den Sommerferien diese Sprache.

Vollkommen zufrieden ist Oliver Ehrngruber aus Mühlenbarbek (18), der seit der fünften Klasse die GMS besucht. Zuerst habe er ein etwas mulmiges Gefühl gehabt, doch dies habe sich gelegt, „denn man baut hier schnell gute Kontakte auf“. Auch Madleen Fabisch (17) ist seit der fünften Klasse auf der Gemeinschaftsschule. „Wir haben diese Schule gewählt, weil hier die Aussicht auf das Abitur bestand.“ Denn damals habe sie nur eine Realschulempfehlung gehabt. Das gute Miteinander ist auch für die Kellinghusenerin ein Pluspunkt. „Jeder wird mit eingebunden, auch wenn er neu ist.“

Für die gymnasiale Oberstufe in Kellinghusen hat sich ebenfalls Jacqueline Fries entschieden – obwohl sie zuvor bereits eine Ausbildung als Kauffrau für Dialogmarketing begonnen hatte. „Der Wechsel zurück in die Schule war eine gute Entscheidung“, sagt sie rückblickend. Die 19-jährige Kellinghusenerin lobt vor allem die Einführungsphase, in der Defizite festgestellt und aufgearbeitet worden seien. „Das hat mir sehr geholfen, wieder in den Schulalltag zu finden.“

Die beiden Klassenlehrer Jürgen Potthoff-Jürs und Hagen Stolp sind mit der Startphase ebenfalls sehr zufrieden. „Wir arbeiten hier Hand in Hand und gestalten vieles gemeinsam“, betont Hagen Stolp. Und den Schülern bescheinigen beide Lehrer „viel Sozialkompetenz“, es gebe in den Klassen keine Fremdkörper.

Kritisch empfinden Lehrer und vor allem Schüler allerdings den Schulweg. Sie seien teilweise auf Busse angewiesen, doch nicht überall verkehrten diese. Außerdem seien die Kosten sehr hoch. Sowohl die Schüler als auch Gerd-Christian Thielmann sehen hier den Schulträger in der Pflicht, auch um Chancengleichheit in der Erreichbarkeit zur Schule zu schaffen. So sei es kostengünstiger für Brokstedter für Jugendliche, ein Gymnasium in Neumünster zu besuchen als die Gemeinschaftsschule in Kellinghusen , erklärt Jasmin Gosch.

Während der erste Jahrgang der Oberstufe eine erfolgreiche Startphase hinter sich hat, laufen bereits die Vorbereitungen für das nächste Schuljahr. Donnerstag, 14. November, findet ab 19.30 Uhr im Forum der Schule ein Informationsabend zum Abitur statt. Die Veranstaltung richtet sich an alle Schüler der neunten und zehnten Klasse aus Kellinghusen und den umliegenden Schulen. Alle Fragen rund um das Abitur an der GMS und die Anmeldung werden beantwortet. Für Fragen stehen Lehrer der Profile Sport, Geschichte und Biologie zur Verfügung. Außerdem werden die Sprachlehrer die Fremdsprachenproblematik darstellen. Joachim Möller

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