Fischzucht : Erfolgreich mit frischen Karpfen

„So sollte ein guter Karpfen aussehen“, sagt Ursula Knutzen.
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„So sollte ein guter Karpfen aussehen“, sagt Ursula Knutzen.

Die Steinburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft war Gast bei Fischzucht Knutzen in Hohenlockstedt.

shz.de von
10. Juni 2018, 17:17 Uhr

Als „Freilandhuhn unter den Fischen“ hatte der Hamburger Fernsehkoch Tim Mälzer bei einem Besuch in der Fischzucht Knutzen den Karpfen bezeichnet. Wie Fischzucht wirklich funktioniert und was wichtig ist, um später einen „richtig gut schmeckenden“ Karpfen auf dem Teller zu haben, erfuhren rund 30 Gäste, die sich der Veranstaltungsreihe „Hidden Champions“ der Egeb-Wirtschaftsförderung angeschlossen hatten.

Die Teichwirte Ursula und Jürgen Knutzen übernahmen den rund 83 Hektar großen Betrieb 1998 in dritter Generation. „Die ersten Teiche entstanden 1885 durch Torfabbau, wurden später vom Land Schleswig-Holstein als Fischversuchsanstalt betrieben, ehe die Fläche 1930 privatisiert wurde und der Großvater meines Mannes alles als Fischzucht mit angehängter Landwirtschaft käuflich erwarb“, erläuterte die Firmenchefin. Die teichwirtschaftliche Nutzfläche sei mittlerweile auf rund 30 Hektar erweitert worden. „Als wir noch jung und voller Energie waren, hatten wir die naive Idee, nebenbei auch noch Milchvieh, Jungnachzucht, Bullenmast, Forst- und Landwirtschaft mit Direktvermarktung und Räucherei zu betreiben“, blickt Ursula Knutzen auf die Anfänge zurück. Dass all das gar nicht umzusetzen sei, haben die Knutzens dann schnell gemerkt.

Da Schleswig-Holstein das nördlichste Land sei, in dem Karpfenzucht betrieben werden könne, brauchen die Fische zum Wachsen eine lange Zeit. Und so bewirtschaften die Knutzens 30 Karpfenteiche, in denen Spiegelkarpfen natürlich und langsam mit viel Platz zu Speisefischen heranwachsen. „Dieses dauert drei bis sechs Jahre“, erfuhren die Gäste. Da Karpfen sich ihren Futteranteil im Teichboden selber suchen, braucht nur mit dem auf eigenen Flächen produziertem Getreide, welches die reichhaltige Naturnahrung ergänzt, zugefüttert werden. Außer den Karpfen, deren Saison als Speisefisch von September bis Ostern dauert, können im Hofladen rund ums Jahr auch Forellen, Bachsaiblinge, so genannte Lachsforellen und Aale erworben werden. Die allerdings werden zugekauft. Dabei ist das wichtigste Markenzeichen des Familienbetriebes die besondere Frische und die Qualität der Waren. „Kunden können die noch lebenden Fische aussuchen, welche wir dann für sie schlachten und küchenfertig zubereiten. Frischer geht es nicht“, sagt Ursula Knutzen. Zudem bestünde die Möglichkeit, mehrmals die Woche Fisch aus der eigenen Räucherei ofenfrisch zu bekommen.

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