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Erfolg bei der Hausdurchsuchung: Drogendealer vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Er handelt mit Drogen, mindestens seit dem Jahr 2000. Zweimal saß ein
in Deutschland geborener Türke schon für längere Zeit im Gefängnis. Jetzt musste sich der 34-Jährige aus Itzehoe wieder vor Gericht verantworten.

Die Polizei hatte ihn nicht aus den Augen gelassen und überwacht. Eine größere Drogenlieferung aus Holland wurde erwartet, der Angeklagte galt als einer der Empfänger.

Am Nikolaustag 2013 kam die Polizei deshalb zur Hausdurchsuchung. Ergebnis: 46  000 Euro Bargeld, wovon der Dealer allein 7200 Euro am Körper trug, offenbar zum Ankauf weiterer Drogen. Zudem fanden die Beamten 110 Gramm Haschisch, zehn Gramm Marihuana und sieben Gramm Kokain, alles von bester Güte.

Verteidiger Martin Lemke wurde bereits vor der Verhandlung am Amtsgericht aktiv und handelte eine Bewährungsstrafe aus. Im Gegenzug gab es ein Geständnis. So ging es im Prozess weniger um die Drogen und mehr um den Verbleib des Geldes.

Die Hälfte davon wurde einbehalten, die andere Hälfte bekommt der Itzehoer zurück. Strafrichter Dominik Mardorf verurteilte ihn wegen Drogenhandels zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Staatsanwalt Dirk Stücker hatte vier Jahre Bewährungszeit gefordert, um den Angeklagten möglichst lange unter Aufsicht zu halten.

Die Art und Weise, wie die Drogen in der Wohnung verteilt waren, deutete auf eine Sucht bei dem 34-Jährigen hin. Doch Anwalt Lemkebetonte: „Der Mandant hat kein Drogenproblem.“ Nur den Handel mit Betäubungsmitteln räumte der Angeklagte ein.

Den Staatsanwalt ärgerte, dass bis heute nicht klar ist, was der Itzehoe alles auf seinen Handys abgespeichert hatte. Die wurden bei der Hausdurchsuchung zwar sichergestellt, doch mussten sie nach Monaten dem Itzehoer unausgewertet zurückgegeben werden, „da das Landeskriminalamt nicht in der Lage ist, die Untersuchung der Telefone in angemessener Zeit durchzuführen“, so Stücker.

Seine eigene Sicht hatte der Verteidiger zur gesundheitlich Gefahr, die von dem sichergestellten Haschisch ausging: „110 Gramm, das dürfte im Bereich einer Kiste Bier liegen.“ Das sah Richter Mardorf anders angesichts des Wirkstoffgehalts: „19 Prozent – so ein reines Haschisch hatten wir noch nie.“

Eindringlich wies er auf das Gefahrenpotenzial hin, auch Psychosen könnten ausgelöst werden. Zum Angeklagten sagte Mardorf noch: „Ich bin seit 2002 an diesem Gericht, und seit 2002 kenne ich Ihren Namen in Zusammenhang mit Betäubungsmitteln.“ Sogleich folgte die Warnung: „Ihr Name hat bei der Polizei einen gewissen Klang, das heißt, Sie müssen immer damit rechnen, dass man auf Sie zukommt."

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erstellt am 06.Apr.2015 | 14:27 Uhr

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