Obsternte in der Blomeschen Wildnis : Erdbeeren mit Sonnenbrand

Die Erdbeersaison in der Marsch ist eröffnet: Niels Schilling erntet auf dem Feld hinterm Deich.
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Die Erdbeersaison in der Marsch ist eröffnet: Niels Schilling erntet auf dem Feld hinterm Deich.

Auf dem Hof Schilling am Altendeich werden die ersten roten Früchte geerntet. Die Hitze hat teilweise für Schäden gesorgt.

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06. Juni 2018, 05:00 Uhr

Niels Schilling steigt in seinen roten Wagen und fährt rüber zu seinem Erdbeerfeld hinter dem Deich – weit ist es zum Glück nicht. Er lenkt über eine staubige Straße, es ruckelt ordentlich, dann hält er an. Es ist ruhig, gerade zu idyllisch und es duftet nach frischen Früchten. „Wir haben letzte Woche mit den Erntearbeiten begonnen“, sagt Schilling, der Gemüseanbau und das Erdbeerfeld in der Blomeschen Wildnis betreibt.

Mit dem einen Hektar großen Feld voller roter Früchte hat Schilling vor mehr als 15 Jahren eine Marktlücke gefunden, denn die meisten Erdbeeren werden eher in Ostholstein angebaut, statt in der Marsch. „Der Boden hinter dem Deich ist eben sehr wasserhaltig, enthält viel Lehm und wenig Sand. Erdbeeren sind anspruchsvolle Früchte und wachsen am Besten auf sandigem Boden, den wir hier aber eher nicht haben“, erklärt Schilling. Damit er trotzdem bis fast in den Juli hinein Erdbeeren anbieten kann, braucht es viel Pflege und ein ausgeklügeltes Konzept. Schilling baut beispielsweise verschiedene Sorten auf seinem Feld an, die zu unterschiedlicher Zeit reif sind. Trotzdem muss auch den Erdbeerbauern in der Marsch das Wetter in die Karten spielen. „Ab 25 Grad kriegen die Früchte Stress. Ist es zu heiß, bekommen sie einen Sonnenbrand und haben braune Stellen. Dann können wir sie auch nicht mehr verkaufen“, sagt Schilling. In den vergangenen Wochen habe es außerdem kaum Regen gegeben, weshalb er die Pflanzen zusätzlich Wässern musste. Immerhin blieb der Frost aus, der den Erdbeeren besonders in der Blütezeit schadet. Schilling informiert sich meist über eine Wetter-App, ob es Frostgefahr gibt. Ist dies der Fall, muss die ganze Familie mit anpacken und das Feld gemeinsam mit einem Vließ abdecken.

Ebenfalls eher frostig haben es momentan noch die Erdbeersetzlinge: die so genannten Frigos. Gerade sind die Mini-Setzlinge mit ihren fasrigen, langen Wurzeln noch eingefroren, sollen aber demnächst eingepflanzt werden. „Unser Erdbeerfeld wandert jedes Jahr ein bisschen, denn würde man sie immer am gleichen Ort pflanzen, gäbe es Wurzelkrankheiten, die wir so vermeiden können.“

Die Erdbeeren aus der Blomeschen Wildnis gibt es ausschließlich im Hofladen der Schillings, am Altendeich 99. Viele kommen täglich, um Nachschub zu kaufen, sind fast schon „Erdbeersüchtig“. Selbst habe er sich langsam an den roten Früchten satt gegessen. „Doch den Duft finde ich immer noch faszinierend“, sagt Schilling und schnuppert an einer Erdbeerschale.

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