Entwicklung ohne Anwohner

Der Bereich  der Koogstraße zwischen Braake-Brücke und Röntgenstraße soll wieder attraktiver werden.
Der Bereich der Koogstraße zwischen Braake-Brücke und Röntgenstraße soll wieder attraktiver werden.

Workshop zur Belebung der oberen Koogstraße bleibt ohne Resonanz / Zweiter Mai-Termin auf Juni verschoben

shz.de von
06. Mai 2015, 10:31 Uhr

Mit viel Engagement und finanziellem Aufwand will die Stadt versuchen, einem Quartier wieder mehr Leben einzuhauchen: der oberen Koogstraße und der angrenzenden Brunsbütteler Straße. Doch jetzt sehen sich die Verantwortlichen allein auf weiter Flur. Das jüngste Workshop-Treffen, das sich unter anderem mit alternativen Wohnformen in diesem Quartier befassen sollte, blieb nahezu ohne Resonanz.

Die Freude im Brunsbütteler Bauamt war im Oktober des vergangenen Jahres zunächst groß: Nach einer rund zweijährigen Bewerbungszeit erhielt Brunsbüttel als einzige Stadt in Schleswig-Holstein den Zuschlag für ein von der Metropolregion Hamburg initiiertes Leitprojekt. Damit verbunden ist die Zahlung von Fördergeldern in Höhe von 80  000 Euro für die Entwicklung eines Konzepts zur Neugestaltung des Quartiers, bei einem zusätzlichen Eigenanteil der Stadt in Höhe von 20  000 Euro.

Im November wurden die Brunsbütteler, allen voran die Grundstückseigentümer und Anwohner des Kerngebiets zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. 65 Teilnehmer begrüßte Bürgermeister Stefan Mohrdieck zu der Auftaktveranstaltung in der Gemeinschaftsschule. Im Zuge der Veranstaltung monierten Anwohner der betroffenen Straßen, dass dieser Stadtbereich von der Verwaltung viel zu lange nicht berücksichtigt worden sei, was unter anderen dazu beigetragen habe, dass es zu einem erheblichen Leerstand von Geschäftsräumen gekommen sei.

Viele Anwohner signalisierten ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit an dem Projekt, das sich planerisch mit den Möglichkeiten eine Belebung des Stadtbereichs auseinandersetzt. Die nachfolgende Veranstaltung fand am 14. März in der Gemeinschaftsschule statt. Trotz zahlreicher Zusagen sank die Teilnehmerzahl drastisch. Gerade einmal 25 Besucher nahmen an der Planungswerkstatt teil, die genutzt wurde, um erste, unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten in Gruppenarbeiten auszuarbeiten. Ein weiterer Arbeitskreis sollte am vergangenen Montag zusammenkommen. Hierbei sollte erörtert werden, welche Möglichkeiten es gibt, in den beiden Straßen Wohneinheiten zu schaffen, die auf die Bedürfnisse gehandicapter Menschen zugeschnitten sind. Mit Roswitha Rickert fand jedoch lediglich eine Anwohnerin den Weg in den Arbeitskreis. Holger Timm vom Wohnungsunternehmen Dithmarschen und Zuhal Wolff von der Stiftung Mensch blieben mit Vertretern des Planungsbüros unter sich. Folge: Eine weitere Veranstaltung, die für den 11. Mai vorgesehen war, wurde aufgrund geringer Beteiligung erst einmal auf Juni verschoben.

„Das Leitprojekt Innenentwicklung dient unter anderen dazu, eine neue Beteiligungsform zu testen. Bürger sollen künftig intensiver in Entscheidungen mit eingebunden werden“, betonte Christina März gegenüber unserer Zeitung. Die Leiterin des Fachdienstes Planung in der Stadtverwaltung brachte damit einen weiteren Aspekt hervor, warum eine Beteiligung der Bürger an den Arbeitskreisen von Bedeutung sei, schließlich könne sich das auf andere Projekte in naher Zukunft auswirken.


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