Wirtschaft : Entwarnung für Kreideabbau neben der Autobahn

Kreideabbau bei Lägerdorf ist stets ein erheblicher Eingriff in die Landschaft – aber offenbar ohne Auswirkungen auf die A 23.
Kreideabbau bei Lägerdorf ist stets ein erheblicher Eingriff in die Landschaft – aber offenbar ohne Auswirkungen auf die A 23.

Gutachter befürchtet keine Setzungen mehr bei Kreideabbau im Augrabental bei Lägerdorf.

shz.de von
31. Januar 2015, 07:21 Uhr

Die Auswirkungen eines erweiterten Kreideabbaus in den Gruben Heidestraße und Schinkel auf die nahe Autobahn 23 sind offenbar deutlich geringer als zunächst befürchtet. In einem Vermerk der Verwaltung aus dem Jahre 2012 war noch von der Möglichkeit erheblicher Setzungen im Fahrbahnbereich die Rede. Tatsächlich war der Kreideabbau in einem Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 1999 nur unter Auflagen zugelassen worden. Das Problem: Weil das Grundwasser abgesenkt werden müsste, wären die setzungsempfindlichen Schichten im Erdreich in Mitleidenschaft gezogen waren. Zementproduzent Holcim hatte bereits Pläne in der Schublade, den betroffenen Abschnitt der Autobahn 23 „setzungsunempfindlich“ zu erstellen. Das heißt: Mit erheblichem Kostenaufwand hätte zum Beispiel eine so genannte Moorbrücke mit einer Tiefgründung und einer Stahlbetonplatte errichtet werden müssen.

Das scheint sich nun zu erübrigen. Laut einer Mitteilung aus dem federführenden Kreisumweltamt hätten Baugrunduntersuchungen inzwischen ergeben, dass der Untergrund an der Autobahn im Bereich des Augrabentals deutlich weniger setzungsempfindlich ist als früher angenommen. So werde der obere Wasserleiter durch weitgehend undurchlässige Schichten gut vom unteren Wasserleiter abgeschirmt. Die Absenkung im oberen Grundwasserleiter werde sich daher gar nicht oder nur kaum bemerkbar machen. Bejaht werde von den Gutachtern zudem die Möglichkeit einer Grundwasseranreicherung. Dazu arbeite Holcim derzeit ein Monitoring aus.

Parallel dazu, so heißt es aus dem Umweltamt weiter, werde die Vorplanung für eine bautechnische Lösung an der A23 aber trotzdem weitergeführt – für den „sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es doch zu Grundwasserabsenkungen kommt“. In einem nächsten Schritt sollen die Holcim-Pläne nun mit dem Straßenbaulastträger abgestimmt werden. Dann folge ein wasserrechtliches Änderungsverfahren und schließlich ein geänderter Planfeststellungsbeschluss.

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