Entstaubtes und Erfrischendes

„Jam-Affen“ und Gast (v. l.): Jan-Christoph Mohr, Marcel Schaie und Christian Belau.
„Jam-Affen“ und Gast (v. l.): Jan-Christoph Mohr, Marcel Schaie und Christian Belau.

shz.de von
12. Januar 2015, 05:00 Uhr

Mit den „Jam-
Affen“ waren Pianist Jan-Christoph Mohr und Schlagzeuger Christian Belau auf Einladung des Itzehoer Jazzclubs ins Studio des Theater Itzehoe gekommen und lieferten zwei Stunden geballter Spielfreude ab.

Ob die Farbe der Socken Rückschlüsse auf das Temperament erlaubt, sei dahin gestellt. Hier passte sie: Jan-Christoph Mohr (mit schwarzen Socken) gilt als der Federführende des Duos, arrangierte die Stücke und moderierte den Abend, blieb aber zurückhaltend, eher introvertiert. Den Gegenpart übernahm Christian Belau. Seine roten Socken passten zum ansteckend spielfreudigen Strahlen und der höchst expressiven Mimik des Drummers. Die „Jam-Affen" spielten eigene Versionen bekannter und unbekannter Musikstücke, entstaubten vergessene Volksweisen und fegten über Klassiker aus der Latin-Jazz-Ecke („Tequila“ in einer überzeugenden 7/8-Version!). Bei anderen Stücken schrammten sie zeitweise am Tanztee-Sound vorbei, um sie dann in einen erfrischenden Hauch Freejazz zu tunken. Selbst leise Töne strahlten kraftvoll. Der Jazz-Klassiker „Spain“ gab dem Schlagzeuger Raum zum Austoben. Insgesamt kamen beide Musiker immer wieder zu ihrem Recht, ließ jeder dem anderen Raum für sein Spiel.

Die zwei einzigen Eigenkompositionen brachte Marcel Schaie aus Hamburg mit. Als Überraschungsgast bereicherte er den Abend wiederholt mit seiner Posaune. Dabei brillierte der
24-Jährige besonders mit samtenen Tönen und einem sehr sensiblen „Whispering“, dem leisen Ansatz des Tons.

2014 spielten die „Jam-Affen“ mehrere Demos ein und wollen jetzt europaweit durch die Festivals tingeln. „Außerdem planen wir in Zukunft mehr eigene Stücke“, verriet Jan-Christoph Mohr. „Dann würden wir gerne wiederkommen und noch einmal im Theater Itzehoe auftreten.“

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