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Randgruppe : Entspannt? Uneinigkeit über La-Couronne-Platz

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für die Polizei sind die “Störer“ am La-Couronne-Platz in Itzehoe derzeit kein Problem. Anlieger Hans Emil Lorenz sieht das anders: Sein privater Ordnungsdienst müsse regelmäßig einschreiten.

Es habe in jüngster Zeit keine außergewöhnlichen Ordnungswidrigkeiten gegeben – die Situation mit den „Störern“ auf dem La-Couronne-Platz habe sich entspannt. Das erklärte Mathias Siebenborn, Leiter der Ordnungsabteilung, im Sozialausschuss. Dem widerspricht jetzt Hans Emil Lorenz, UWI-Ratsherr und Anlieger des Platzes. Auf der Fläche, für die Lorenz das Sondernutzungsrecht übertragen wurde, habe der von den anliegenden Geschäftsleuten beauftragte Ordnungsdienst seit Januar bereits 73 Platzverweise aussprechen müssen. „Ein Einsatz der Polizei wurde nicht erforderlich, weil die Störer-Gruppen den Verweisen Folge leisteten“, betont Lorenz. Er räumt jedoch ein, dass das Hausrecht nicht für den Bereich an der Ecke zur Gartenstraße vor dem Schuhladen.

„Ich kann diese Zahlen weder bestätigen noch dementieren“, sagt Sven Pehl, Leiter des Polizeireviers Itzehoe. Es komme so gut wie nie vor, dass die Ordnungskräfte bei der Polizei um Hilfe bitten. Aus seiner Sicht könne jedoch zweifelsfrei gesagt werden: „Die Lage hat sich in den vergangenen ein bis zwei Jahren spürbar entspannt.“ Es würden kaum noch Probleme durch Belästigungen oder Ruhestörungen gemeldet. „Die sitzen da und trinken Bier, manchmal sind es auch ein paar Personen mehr.“ Das sei sicher ein „gewöhnungsbedürftiger Anblick“, doch das allein reiche nicht aus, um einzugreifen. „So lange sie sich ruhig und normal verhalten, sind uns die Hände gebunden“, betont Pehl.

Bis vor etwa zwei Jahren habe es „eine Vielzahl von Polizei-Einsätzen aufgrund konkreter Anlässe“ gegeben, erklärt Pehl. 2011 musste die Polizei 31 Mal einschreiten, davon 22 Mal im ersten Halbjahr. Im Jahr 2012 waren es elf Einsätze, im laufenden Jahr erst zwei – der jüngste Freitagabend wegen Ruhestörung.

Pehl führt die Verbesserung auch darauf zurück, dass seit etwa zwei Jahren Polizei und Ordnungsamt verstärkt Flagge zeigen. „Wir lassen uns sehen und sprechen die Leute auch an, dass sie zum Beispiel ihren Müll beseitigen sollen.“ So werde vermieden, dass die Situation eskaliert. Wenn nötig, sei auch repressiv vorgegangen worden, etwa indem der Radiorekorder weg genommen wurde. Das zeige Wirkung. „Mit dem Status quo kann ich gut leben“, meint Pehl. „Da gibt es in anderen Städten viel größere Probleme.“ Und so soll es auch bleiben: „Ordnungsamt und Polizei werden auch in Zukunft intensiv und gut zusammenarbeiten.“ Denn niemand wolle, dass sich die Situation wieder verschärfe.

Allerdings sei die Polizei auf Hilfe angewiesen. „Wenn eine Störung registriert wird, dann wünschen wir uns, dass wir gerufen werden. Wir können nicht rund um die Uhr dort präsent sein. Aber die Bürger können sich sicher sein, dass wir im Rahmen der Gesetze einschreiten.“

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erstellt am 18.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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