zur Navigation springen

Insolventes Windkraftunternehmen : Entscheidende Wochen für das Ziel Prokon 2.0

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Inhaber von Genussrechten könnten zu Gesellschaftern des Itzehoer Unternehmens werden. Dafür müssten sie auf einen Teil der Insolvenzquote verzichten.

von
erstellt am 27.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Itzehoe | Die Genussrechtsinhaber übernehmen Prokon – aus Sicht des Vereins Freunde von Prokon ist diese Lösung „mit Händen greifbar“. Ihr Ziel ist eine Genossenschaft, die entsprechende Vorprüfung hat Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin beim Genossenschaftsverband in Auftrag gegeben.

Gerade hatte Penzlin die Auseinandersetzung mit Carsten Rodbertus außergerichtlich beendet (wir berichteten), der Firmengründer muss sich komplett zurückziehen. Damit „wurde ein großer Stein aus dem Wege geräumt“, urteilen die Freunde von Prokon in einer Mitteilung.

Zwei Varianten zur Rettung des Windkraftunternehmens werden derzeit parallel verfolgt. In der einen wird ein Investor gesucht, beauftragt ist damit das Hamburger Bankhaus M.M. Warburg & Co. In der anderen werden die Inhaber von Genussrechten zu Gesellschaftern bei Prokon. „Hier ist die Genossenschaft die favorisierte Rechtsform“, sagt Penzlin. Eine Gründung ist nur möglich bei der Aufnahme in den Verband, der die wirtschaftliche Stabilität überwacht. Entscheidend sei zudem, möglichst viele der 75 000 Genussrechtsinhaber mit ihren Einlagen für die Genossenschaft zu gewinnen, betonen die Freunde von Prokon. Sie müssten auf einen Teil der Insolvenzquote verzichten und bekämen dafür einen Gesellschaftsanteil an Prokon, erläutert Penzlin.

„In diesem Überzeugungsprozess wird unser Verein eine wichtige, vermutlich die entscheidende Rolle spielen“, sagt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Siegel. Mit einer Mitgliederzahl von inzwischen mehr als 9900 arbeitet er für „Prokon 2.0“, und da sei eine finanziell stabil aufgestellte Genossenschaft der beste Weg, sagt Pressesprecher Rainer Doemen. „Ein hohes Eigenkapital ist der bestmögliche Start aus dem Insolvenzverfahren und zudem ein Garant für den höchstmöglichen Werterhalt aller Genussrechte.“

Deren Inhaber müssten sich einigen und darauf vertrauen, dass sie ihr Geld „mittel- bis langfristig“ bekommen. Denn Prokon sei werthaltig mit den vorhandenen und neuen Windparks sowie dem Stromverkauf. Offen sei, ob die Freunde von Prokon genug Gelder einwerben können, um auch die Zukunft der firmeneigenen Windkraftanlage P3000 zu gestalten. Derzeit ist ein Verkauf dieses Zweiges geplant.

Jedem Genussrechtsinhaber, so Helmut Stegmann, Sprecher der Regionalgruppe Dithmarschen im Verein, müsse klar gemacht werden: „Je mehr Geld wir sofort aus Prokon herausziehen wollen, desto mehr werden wir langfristig mit Sicherheit verlieren.“ Die nächsten Schritte berät der Verein in seiner Mitgliederversammlung: am Nikolaustag in der Mensa der Technischen Universität in Dortmund.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen