Alsen-Gelände in Itzehoe : Entscheiden bald die Bürger ?

Zwischen Schornstein und Bahn: Die städtische Fläche auf Alsen. Das lange Gebäude rechts soll zum 'Treibhaus' werden. Foto: ruff
Zwischen Schornstein und Bahn: Die städtische Fläche auf Alsen. Das lange Gebäude rechts soll zum "Treibhaus" werden. Foto: ruff

Auf dem Alsen-Grundstück in Itzehoe soll ein Freizeitgelände entstehen. Die einen halten es für ein wichtiges Zukunftsprojekt der Stadt. Für die anderen ist es ein nicht durchdachtes Millionengrab, das sich die Stadt nicht leisten kann.

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02. September 2012, 02:58 Uhr

Itzehoe | Die Pläne für "Treibhaus" sowie Freizeit- und Veranstaltungsareal auf dem Alsengelände in Itzehoe spalten die Politik. Geht es nach der UWI, haben bald die Itzehoer das Wort: Die Wählergemeinschaft will mit einem Antrag in der Ratsversammlung am 20. September einen Bürgerentscheid durchsetzen.
"Bürgerinnen und Bürger von Itzehoe sollen entscheiden, wo und wie ihre Steuermittel verantwortungsvoll eingesetzt werden", heißt es in einer Mitteilung der Fraktion. Eine Zweidrittel-Mehrheit in der Ratsversammlung muss für den Bürgerentscheid votieren. Für den Fall, dass das nicht passiert, kündigt die UWI bereits ein Bürgerbegehren an. Dieses muss von mindestens zehn Prozent der Einwohner unterzeichnet sein, so steht es in der Gemeindeordnung.
Folgekosten von jährlich 1,5 Millionen Euro?
Als Begründung führt die UWI den Abschied vom Bau eines Hauses der Jugend an der Grunerstraße und den Wechsel auf Alsen an. Dort sei das Projekt größer geworden, damit die Stadt Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau West" erhält. "Mittlerweile sind Planungen und Kalkulationen für das Bauvorhaben Treibhaus - wie der Name schon sagt - nach oben getrieben worden." Dieses und die Folgekosten, die jährlich auf 1,5 Millionen Euro geschätzt werden, wolle die UWI nicht mitverantworten.
Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen nannte den Antrag gegenüber sh:z ein "legitimes Mittel", wies aber auch darauf hin: "Gerade bei diesem Projekt haben wir versucht, die bürger gewissermaßen entscheiden zu lassen, indem wir die ganzen Planungswerkstätten gemacht haben." Was jetzt auf Alsen vorgesehen sei, sei das Resultat dieser Treffen.
Planung zu Lasten anderer Projekte?
Das Vorhaben bestimmte auch die jüngste Debatte über das Programm "Stadtumbau West" in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Finanzausschuss. Jahr für Jahr stellt die Stadt dort Anträge für Mittel, die in den Folgejahren fließen sollen. Dieses Mal ging es um 3,5 Millionen Euro, die sich Land, Bund und Stadt teilen. Dabei geht es auch um das Sanierungsgebiet östlich der Hindenburgstraße, und dagegen hatte keiner etwas.
Doch auf Antrag des IBF, ergänzt durch die UWI, sollte das Alsen-Projekt aus dem Antrag genommen werden. Es sei nicht nur bei den Finanzen unausgegoren und gehe zu Lasten anderer dringender Vorhaben zum Beispiel im Schul- und Jugendbereich. Das unterstützte auch die DAF, doch die Mehrheit aus CDU, SPD und Bündnisgrünen stand. Diese sahen in dem Antrag gleich mehrere Schläge ins Gesicht, nämlich der Jugendlichen, der Wellenkamper, der BIG-Städtebau als Sanierungsträger und des Landes als Fördermittelgeber. Hinter dem "Treibhaus" verberge sich unverändert das Haus der Jugend, und was auf Alsen geschehe, sei Stadtentwicklung. Denn: Die Stadt müsse doch mit ihrem Gelände etwas anfangen.

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