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Vogelgrippe : Entlang der Elbe: Hühner in den Stall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Steinburger Veterinäramt rüstet sich gegen Vogelgrippe. Erste Vorsichtsmaßnahmen greifen. Allein in Steinburg gibt es 1200 registrierte Geflügelhalter.

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 12:20 Uhr

Noch gebe es keinen Grund für Panikmache, aber die Veterinärämter wollen für den Vormarsch der Vogelgrippe gerüstet sein. In den nächsten Tagen bekommen alle rund 1200 Halter von Hühnern, Gänsen, Enten und anderem Federvieh Post aus dem Itzehoer Kreishaus, die sie zu erhöhter Wachsamkeit mahnt. Tierhalter in einem Streifen entlang der Elbe werden sogar mit einem Aufstallungsgebot bedacht. Das heißt: Das Geflügel darf nicht mehr frei herumlaufen.

Für den Veterinärarzt Dr. Stefan Wendt ist das eine erste wichtige Vorsichtsmaßnahme. Das gefährliche Virus vom hochpathogenen Typ H5N8 wird nach allen bisherigen Erkenntnissen von Wildvögeln eingeschleppt. Nachdem auf Rügen eine davon betroffene Krickente gefunden worden ist, wurde in ganz Mecklenburg-Vorpommern Stallpflicht verordnet. In Schleswig-Holstein beschränkt man sich zunächst auf Ländereien in unmittelbarer Nähe großer Gewässer, weil hier die Wildvögelschwärme ihre Rastplätze haben. In der Region ist davon derzeit der Elberaum betroffen.

In den amtlich festgelegten Risiskogebieten muss jetzt alles unter Verschluss, was Federn hat. Dr. Wendt: „Die Vorbereitungen bei uns im Haus sind in vollem Gange, die Anordnungen gehen in Kürze raus.“ Ausnahmen gebe es nur auf Antrag und dann unter besonderen Auflagen. Dr. Wendt erinnert in diesem Zusammenhang alle Geflügelhalter daran, dass sie verpflichtet seien, ihre Bestände bei den Veterinärämtern zu melden. „Das sind alles nur vorbeugende Maßnahmen“, betont er noch einmal. Parallel dazu setzen die Behörden in den Risikogebieten auf verschärfte Beobachtung. „Wir werden aktives Wildtiermonitoring betreiben“, sagt Wendt. Das sei in der derzeitigen Situation die beste Methode, um dann auch schnell und zielgerichtet reagieren zu können. Wendt erinnert sich mit seinem Amtsleiter Dr. Hans Treiniers noch allzu gut an das Auftreten der Vogelgrippe vor acht Jahren. Damals sei von der Bevölkerung auch jeder auf natürliche Weise gestorbene Spatz gemeldet worden – was die Behörden zeitweise lahm legte. Daher sei das behördliche Frühwarnsystem derzeit völlig ausreichend. Wendt betont zudem, dass es weltweit bislang keinen einzigen bekannten Fall gebe, bei dem das Virus auf den Menschen übergegangen sei. Auch der Verzehr von Lebensmitteln sei unbedenklich, wenn man die ohnehin üblichen Hygieneregeln beachte.

Kritisch wird es allerdings, wenn in der Region an der Vogelgrippe erkranktes Gefügel auftaucht. Für einen solchen Fall steht ein Kurierfahrzeug, das Proben ins Untersuchungslabor bringt, Gewehr bei Fuß. Betroffene Betriebe – auch Kleinsthalter – würden sofort zum Sperrbezirk erklärt. Der Zutritt zum Stall würde auf wenige Personen beschränkt und zum Beispiel nur über Desinfektionsmatten gestattet. Wird das Virus bestätigt, würde der Tierbestand innerhalb von 48 Stunden getötet. „Das geht dann alles sehr schnell“, macht Dr. Wendt klar, dass es bei der Eindämmung aufgetauchter Vogelgrippe auf Geschwindigkeit ankommt.

Generell wird man mit dem regelmäßigen Auftauchen der Vogelgrippe wohl leben müssen. „Das werden wir jetzt wohl jeden Winter haben“, befürchtet Dr. Hans Treinies. Hinzu kommt, dass Hausgeflügel nicht gerade zu einer seltenen Spezies gehört. Offiziell registriert sind derzeit allein in Steinburg genau 271 704 Tiere. Einige hundert von ihnen müssen jetzt erst einmal im Stall bleiben.

 

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