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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 01:41 Uhr

Unterricht : Englisch sprechen ohne Hemmungen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Australierin Genevieve Hooke ist als Fremdsprachenassistentin am Berufsbildungszentrum in Itzehoe und unterstützt Schüler im Sprachunterricht.

Norddeutsches Schmuddelwetter zwischen 2 und 8 Grad Celsius – wettermäßig bricht Genevieve Hooke (24) aus Canberra momentan nicht gerade in Begeisterung aus. Zuhause herrscht um den Jahreswechsel herum mit 33 Grad Celsius und herrlichstem Sonnenschein wohliges Badewetter. „Aber das macht nichts“, sagt die Australierin lachend. „Ich mag es hier“, fügt sie gut gelaunt hinzu. Sehr schön sei es: „It’s very nice here.“

Seit über einem viertel Jahr ist die junge Frau als Fremdsprachenassistentin am Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg (RBZ) in Itzehoe tätig. Sie hat sich nach Bachelor-Abschluss ihres Informatik-Studiums an der Uni Canberra zur Teilnahme an einem EU-geförderten beruflichen Bildungsprojekt entschieden. Ein Programm, das viele Australier und Kanadier, aber auch Europäer auf dem Weg ihrer beruflichen Laufbahn nutzen. Das RBZ hatte Interesse Muttersprachler für den Fremdsprachenbereich signalisiert – und Genevieve Hooke hat das Angebot, nach Deutschland und hier ins schleswig-holsteinische Itzehoe zu kommen, gerne angenommen. Das kommt ihr auch aus familiären Gründen entgegen – ihre Großmutter ist Deutsche, sie hat Verwandte unter anderem in Rendsburg und Groß Wittensee. Ihre Mutter ist in Canberra als Deutsch- und Englischlehrerin tätig, unterrichtet zudem in Religion. „Ihr Deutsch ist besser als meins“, sagt Genevieve Hooke lächelnd. Überwiegend unterhält sie selbst sich lieber in englischer Sprache.

Bei ihrem neunmonatigen Aufenthalt in Itzehoe geht es allerdings auch gar nicht um ihre Deutschkenntnisse. Diese ein wenig mehr zu schulen, wäre ein Nebeneffekt. In erster Linie ist die Fremdsprachenassistentin hier, um ihre Muttersprache den Schülern am Berufsbildungszentrum stärker zu vermitteln. Sie begleitet die insgesamt 25 Englisch-Lehrer am RBZ im Unterricht. In welcher Klasse sie wann ist, koordiniert Charlotte Schack-Steffenhagen. „Sie organisiert mein Leben“, fügt Genevieve Hooke fröhlich hinzu. Charlotte Schack-Steffenhagen schmunzelt und lobt die junge Australierin: „Sie ist auch viel in meinem Unterricht. Und das ist ein großes Plus, denn sie ist nochmal eine andere Ansprechpartnerin für die Schüler, auch weil sie nahezu gleichaltrig ist.“ Die Kommunikation sei einfacher, weil die Schüler sich leichter über die sprachliche Hemmschwelle wagen. Sie habe auch von anderen Kollegen gehört, dass die Schüler im Englischunterricht lockerer sprechen, wenn die Fremdsprachenassistentin dabei ist. Außerdem sei es durch die Unterstützung von Genevieve Hooke möglich, in kleineren Gruppen zu unterrichten, um damit auch Schülern mit Schwierigkeiten im Englischen die Sprache intensiver zu vermitteln. „Das ist ein Gewinn“, unterstreicht Charlotte Schack-Steffenhagen den sinnvollen Einsatz von Fremdsprachenassistenten generell. Neben der Australierin sind jeweils zwei Spanisch- und Französisch-Assistenten am Berufsbildungszentrum.

Wenn Genevieve Hooke am 1. Juni wieder Richtung Heimat aufbrechen wird, wird sie allerdings nicht allein sprachliche, sondern auch besondere sportliche Spuren hinterlassen haben. Ihr größtes Hobby: Australian Football, neben Cricket Nationalsport in Australien. Darauf angesprochen, bricht die Begeisterung für die spezielle Footballvariante hervor, die die 24-Jährige seit acht Jahren leidenschaftlich spielt. Mit finanzieller Unterstützung des RBZ-Fördervereins war es sogar möglich, das Hobby-Team „Hamburg Dockers“ an die Schule zu holen und mit Schülern den hier eher unbekannteren Ballsport in Itzehoe zu trainieren – und durchaus bei den Jugendlichen großes Interesse zu wecken. Sehr zur Freude der Fremdsprachenassistentin, die in ihrer Freizeit zudem gerne Ski und Snowboard fährt, Hockey spielt und Musik hört: am liebsten Australian Electronic Music. Und: „Ich liebe das Reisen!“ Unter anderem freut sie sich darauf, einen ihrer zwei jüngeren Brüder zu treffen, der demnächst zum Studium nach Wien kommen wird. Derweil genießt sie die Zeit in Itzehoe, wo sie bereits Freundschaften geschlossen hat – und besonders gerne zum regelmäßigen Englisch-Stammtisch geht.  

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erstellt am 31.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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