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Auf Expansionskurs : Energiespeicher made in Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit innovativer Speichertechnik etabliert sich die Itzehoer Firma Liacon auf dem Markt. Der Umzug in deutlich größere Räume an der Störfischerstraße ist fast vollzogen.

In den Büros und auf den Fluren ist noch viel Platz. Doch das wird sich ändern. „Wir haben eine Marktstrategie, die genau den Bedarf adressiert, der ganz stark wachsen wird“, sagt Peter König von der Firma Liacon. Deren Energiespeicher sind zusehends gefragt, und produziert werden sie an neuem Ort: Das Unternehmen ist aus der Fraunhoferstraße zum größten Teil umgezogen in seine neuen Räume auf dem Gelände des China Logistic Center (CLC) an der Störfischerstraße.

6000 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung, und sie werden gebraucht: „Liacon muss definitiv wachsen“, sagt König. Viele Projekte sind in Vorbereitung – wenn sie kommen, benötigt das Unternehmen die Kapazitäten, um die Speichersysteme zu produzieren. Diese seien ein „Super-Produkt“, entwickelt mit dem Fraunhofer-Institut, so König. Der 58-Jährige aus Kellinghusen ist noch neu bei Liacon als Leiter der Unternehmensentwicklung, des strategischen Vertriebs sowie der Forschung und Entwicklung. Vormals viele Jahre im technischen Betrieb im Bereich Fernsehen und Radio aktiv, habe es ihn jetzt gereizt, „ein junges Unternehmen auf die Straße zu bringen“.

Die Voraussetzungen seien glänzend. Eine neue Struktur bei den Gesellschaftern der von Volker Kölln geführten Firma stärke Liacon deutlich. Mit Gunnar Grohmann gibt es einen neuen Produktionsleiter. Und die Frage, wie Energie temporär gespeichert und schnell wieder bereit gestellt werde, sei zentral für die Energiewende: „Das ist ein Thema, das uns die nächsten Jahre und Jahrzehnte treiben wird.“ Die Batterien von Liacon setzen dabei nicht auf die klassische Lithium-Ionen-Technologie, sondern auf Lithium-Titanat. Das sei auf dem deutschen Markt ein Alleinstellungsmerkmal, so König. Vorteile: keine Brandgefahr, kein toxischer Austritt und drei bis fünf Mal so viele Ladezyklen wie bei der Lithium-Ionen-Batterie. „Das ist gerade für den Industriekunden-Bereich ein entscheidender Punkt.“

Dabei habe Liacon ein Standardprodukt, auf dessen Basis für jeden Kunden die richtige Lösung entwickelt werde. Über die Frage, wie Stromnetze mit Hilfe der Speicher geregelt werden können, wird mit mehreren Stadtwerken gesprochen. Für Industriebetriebe ist ein wichtiges Thema, die besonders teuren Verbrauchsspitzen abzufedern, es gehe aber auch um eine optimale, möglichst smarte Versorgung mit Energie, so König. Hybridanwendungen, also die Kombination von Speichern beispielsweise mit Dieselaggregaten oder Blockheizkraften, sind ein weiteres Standbein. Das Bewusstsein für Energie-Effizienz wachse immer mehr: „Auch Mittelständler erkennen zunehmend, dass sie mit geschicktem Energiemanagement den Betrieb und dessen Wirtschaftlichkeit optimieren können.“

Konkret werde derzeit über rund ein Dutzend große Projekte gesprochen. Erstmals liefert Liacon gerade Speichersysteme aus, Anfang 2017 folgen die nächsten, alle in Süddeutschland. Zufall, sagt König. Auch im Norden und in der Region Steinburg bereite die Firma Projekte vor. Dabei würden nur die Rohstoffe importiert, produziert werde alles selbst. Und dieses Siegel „Made in Germany“ sei ein Argument, das ziehe.

Der Umzug von der Fraunhoferstraße auf das CLC-Gelände sollte eigentlich schon abgeschlossen sein, doch es musste noch an der Infrastruktur gearbeitet werden. Während die Module und Systeme am neuen Standort montiert werden, produziert Liacon die Zellen noch im Innovationsraum. Viel wird mit Hochschulen zusammengearbeitet, an einer eigenen Beschichtungsanlage forschen die Liacon-Experten bereits für die nächste Generation der Batterietechnik. Im Moment wachse das 25 Mann starke Unternehmen moderat, sagt König. Doch wenn in absehbarer Zeit die Produktion hoch gefahren werden müsse, gelte das auch für die Zahl der Mitarbeiter. Eine Verdoppelung sei dann wahrscheinlich.

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erstellt am 15.Dez.2016 | 05:00 Uhr

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