Konzert : Energiegeladene Blues-Sängerin

Charismatische Powerfrau: Layla Zoe bewies musikalische Vielseitigkeit.
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Charismatische Powerfrau: Layla Zoe bewies musikalische Vielseitigkeit.

Die Kanadierin Layla Zoe spielt beim Kulturverein „PEP“ – und begeistert das Publikum.

shz.de von
11. Mai 2015, 12:00 Uhr

Es gab schon viele charismatische Sängerinnen auf der Bühne des Kulturvereins „PEP“ in Kellinghusen. Layla Zoe, auch „Canada’s Darling of the Blues“ genannt, zeigte sich in der Ulmenhofschule als energiegeladene Blues-Röhre und gab sich dabei vor allem vielseitig: Mal strotzte sie in ihrem Konzert nur so vor Energie, dann gab sie sich nachdenklich, mal war sie Powerfrau, dann zerbrechliche Sängerin.

In British Columbia in Kanada geboren, lebt sie in Europa und machte auf ihrer aktuellen Clubtour durch Deutschland, Holland, Luxemburg, Frankreich, Belgien, Polen und die Schweiz nun auch erstmals in Kellinghusen Halt. Die Sängerin stellte mit ihrer Band vor allem Songs aus ihren jüngsten beiden Alben „The Lily“ (2013) und „Sleep Little Girl“ (2011) sowie einen Querschnitt aus ihren insgesamt fünf in Kanada veröffentlichten Alben vor. In ein hautenges, türkis-schwarz gemustertes Kleid gehüllt, gab sie gemeinsam mit Jan Laacks (Gitarre), Gregor Sonnenberg (Bass) und Hardy Fischötter (Drums) ein eineinhalbstündiges Konzert, das vor Spielfreude nur so strotzte.

Das „Firegirl des Blues“ bewies in ihrem Mix aus Bluesrock, Soul, Funk und Rock vor allem ihr umfangreiches Stimmvolumen, stellte aber auch ihre Entertainer–Qualitäten unter Beweis, erzählte sie doch zu ihren Songs auch zahlreiche persönliche Anekdoten. Bewegten sich die Songs zumeist im herkömmlichen Schnitt von etwa vier Minuten, so wurde Layla Zoes vorletzter Titel zu einem stimmungsvollen Highlight des Abends, in dem die Sängerin gemeinsam mit ihrer Band zur großen Form auflief und der das Publikum abwechselnd zum ausgiebigen Mitgehen und andächtigen Lauschen zwang. Da wob die Band im Titel „Man’s World“ vor allem im Duett zwischen Jan Laacks (Gitarre) und Gregor Sonnenberg (Bass) einen Klangteppich, der sich über mehr als eine Viertelstunde hinzog und teils meditative Züge annahm. Getoppt wurde das nur durch den letzten Song des Konzerts, in dem sie „Yer Blues“ gänzlich ohne Band a cappella vortrug. Was erst große, andächtige Stille, dann großen Applaus hervorrief.

Für „PEP“-Mitorganisator Rainer Werdt war das Konzert ein wenig wie ein Überraschungs-Ei, denn er konnte, wie er selbst sagte, den Besuch vorher nur schwer abschätzen. „Der Vorverkauf lief etwas schleppend. Dafür hat sich der Saal nun aber noch ganz gut gefüllt.“ Und das Publikum wurde mit einem großartigen Konzert belohnt.  

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