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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 21:30 Uhr

Energie sparen - gemeinsam

vom

Konzept für Sanierungsgebiet im Stadtosten entsteht

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

itzehoe | Am Haus Energie sparen? Ganz klar: Dämmen. Neue Heizung, neue Fenster. Das ist der gängige Weg, wenn Eigentümer allein handeln. Im Sanierungsgebiet östlich der Hindenburgstraße dagegen wird auf ganz andere Wege und Gemeinsamkeit gesetzt. Dort wird mit Unterstützung von Fördermitteln ein integriertes energetisches Quartierskonzept entwickelt. Drei Hamburger Büros erläuterten im Bauausschuss den Stand der Dinge.

Am Anfang stand die Analyse: Die Gebäudesituation wurde aufgenommen, ein anonymisierter Überblick über die energetische Lage im Gebiet liegt vor. Die meisten Häuser seien vor 1958 gebaut und wenig bis gar nicht modernisiert worden, sagte Dr. Andreas Pfadt vom Büro ASK. Zwei Runden mit Anwohnern gab es bereits - und sie waren "fantastisch", fand Architekt Thomas Dittert vom Büro Dittert & Reumschüssel. "Wir hätten nicht gedacht, dass so viel Resonanz zustande kommt." Auf freiwilliger Basis werden für fünf typische Häuser Modell-Gutachten erstellt. Daraus ergebe sich eine Eichung für das Quartier, doch fest steht für Dittert: "Die Sparpotenziale sind erheblich."

Die klassischen Schritte allerdings sind teuer und damit schwierig. Hinzu komme, dass sich die energetische Sanierung mit dem Denkmalschutz vertragen solle, so Pfadt. Deshalb fällt Dämmung an vielen Gebäuden aus. Statt dessen setzen die Planer auf mehr regenerative Energie, die Nutzung von Abwärme und optimierte Versorgungssysteme.

Bisher habe jedes Gebäude seine eigene Lösung bei der Versorgung, so Bernd Schwarzfeld vom Büro Ökoplan. Er schlug vor, teilzentrale Strukturen zu schaffen, beispielsweise durch Blockheizkraftwerke, die bestimmte Bereiche mit Strom und Wärme ausstatten. Grundsätzliche Kosten würden gerade ermittelt, aber das Konzept sehe vor, alle in gemeinsame Lösungen einzubeziehen, so dass alle gewännen. Allerdings: "Das ist alles Neuland", sagte Dittert. In jedem Fall sei es ein "enormer Vorteil", dass eigene Stadtwerke vorhanden seien.

Besonders gut funktioniere eine Kombination aus größeren Abnehmern und kleinteiligen Bereichen, sagte Pfadt mit Blick auf die großen öffentlichen Gebäude an der Großen Paaschburg: "Die Stadt hat die große Chance, Vorreiter zu sein." Das Gleiche gilt für die städtischen Wohnungen im Quartier.

Erst einmal muss das Konzept stehen, der zweite Schritt ist die Umsetzung mit einem Sanierungsmanager. Noch ist das Zukunftsmusik, aber daran gedacht wird bereits, so Schwarzfeld: Bei der Sanierung von Straßen im Quartier würden die später erforderlichen Leitungen mit eingeplant.

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