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Abfallwirtschaft : Energie aus 9000 Tonnen Biomüll

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der neue Vertrag mit dem Kreis Steinburg gilt ab 2016. Organische Abfälle aus Steinburger Haushalten werden dann in Lübeck in Biogas verwandelt. Auch bei den Transportwegen soll es ökologisch zugehen.

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erstellt am 05.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Der Weg zur braunen Tonne ist für viele Steinburger Bürger ein Beitrag für den Umweltschutz. Aber was passiert dann mit dem Müll? Bisher führte der letzte Weg von Apfelstrunk, Zwiebelschale und Co. zur Deponie. Ab Januar 2016 wird der Steinburger Biomüll noch umweltfreundlicher entsorgt. Die organischen Abfälle gehen dann in die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL), wo sie zu Kompost verarbeitet werden. Der Clou: Bei der Verwertung wird durch Vergärung Biogas erzeugt, aus dem Müll wird also Energie. Den ersten Schritt auf dem neuen Weg in die Abfallwirtschaft beging der Kreis Steinburg jüngst im Kreishaus: Landrat Torsten Wendt und EBL-Direktor Dr. Jan-Dirk Verwey unterzeichneten den entsprechenden Vertrag.

Rund 9000 Tonnen Bioabfälle fallen im Kreis Steinburg jährlich an. Die Entsorgung wurde europaweit von dem Hamburger Büro ATUS GmbH – Berater Gutachter Ingenieure ausgeschrieben. Bei den Angeboten flossen neben dem Verwertungspreis auch Umweltkriterien in die Wertung ein, beispielsweise die Entfernung zur Anlage und die Qualität der Verwertung wie die Vergärung des Bioabfalls. Von den fünf Firmen, die Angebote abgaben, machten die Entsorgungsbetriebe Lübeck das Rennen.

Torsten Wendt: „Für den Kreis ist das eine schöne Sache, dass man die lokale Perspektive im Blick behält: Müll aus Schleswig-Holstein wird auch hier verwertet.“ Besonders froh sei man auch darüber, dass die Bioabfälle vergärt und somit Biogas erzeugt wird, wie Ines Wittmüß, Leiterin des Amtes für Umweltschutz betonte: „Damit ist ein weiterer Schritt in eine klimafreundliche und energieeffiziente Entwicklung getan.“

Die EBL nahmen die hochmoderne Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlange im Jahr 2005 in Betrieb. Nach einem eher schleppenden Start brachte die Energiewende den Aufschwung, wie Verwey erklärte. Erst wurde in der Anlage nur der Restabfall zur Biogasgewinnung genutzt. Seit 2010 wird auch der Bioabfall aus Lübeck zur Biogaserzeugung eingesetzt. Die Anlage ist vernetzt mit dem Biomassewerk und der Deponie. „Die Vergärungstechnologie birgt Vorteile in sich. Bei der Vergärung wird Biogas gewonnen und aus dem verbleibenden Gärrest wird im nachgeschalteten Biomassewerk hochwertiger Kompost erzeugt“, so Verwey. Vorhandene Restkapazitäten der Anlage werden nun auch anderen Kommunen zur Nutzung angeboten – wie dem Kreis Steinburg.

Und so funktioniert die Anlage: Die Müllfahrzeuge bringen die Rest- und Bioabfälle nicht mehr zur Deponie, sondern in die Annahmehalle der Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlange (MBA). In der Aufbereitungshalle werden nach Vorzerkleinerung des Abfalls Metalle, Ersatzbrennstoffe mit hohem Heizwert, organische Feinfraktion zur Vergärung und Störstoffe getrennt. Nach der mechanischen Vorbehandlung folgt die biologische Weiterverarbeitung der organischen Stoffe. Bei der Vergärung wird Biogas erzeugt, wodurch die EBL in der Lage sind, einen erheblichen Teil des eigenen Bedarfs an Wärme und Strom selbst zu erzeugen. Das restliche Material wird zu Kompost verarbeitet – zu zertifiziertem Kompost der Rottungsstufe 5, wie Jürgen Adler, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft/Technik bei den EBL betont.

Auch in Sachen Logistik sollen in punkto Bioabfall umweltfreundliche Wege beschritten werden, wie Dieter Pape, Abteilungsleiter Abfallwirtschaft erklärte. Die Ausschreibung für den Transport schließe sich nun an. „Es sollen Fahrzeuge auf dem neuesten Stand eingesetzt werden, ob Hybridfahrzeuge oder andere wird sich zeigen.“

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