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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 18:41 Uhr

Nordmarksiedlung : Endspurt vor der Winterpause

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einen letzten Anschluss noch in der Drosselstraße sanieren, Löcher zu, Pflaster drauf, dann kann der Winter kommen. Doch im nächsten Jahr wird weiter gebaut in der Nordmarksiedlung Glückstadt.

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 17:00 Uhr

Über die Hecke am Rand seines Grundstücks in der Drosselstraße blickt Karsten Barkmann direkt in ein rund vier Meter tiefes Loch. Von seinem Standpunkt aus kann er jeden Handgriff der Mitarbeiter der Firma Krebs aus Dägeling verfolgen, die in der Tiefe die Leitungen erneuern. Für den 76-jährigen Rentner ist das ein spannendes Schauspiel: „Es ist interessant, mal zu sehen, wie die alten Leitungen unter der Erde verlegt sind.“

Was vor seiner Haustür passiert, ist nur ein kleiner Teil eines mehrjährigen Projekts, das im Mai 2013 begann und sich noch bis zum Jahr 2018 hinzieht. Bis dahin sollen alle Gas-, Strom-, Trinkwasser-, Schmutz- und Regenwasserleitungen in der Nordmarksiedlung saniert sein. Stadtentwässerung und Stadtwerke investieren in das Gemeinschaftsprojekt insgesamt rund 5,8 Millionen Euro.

Derzeit befindet sich der zweite Bauabschnitt im Endspurt, der den östlichen Teil der Nordmarkstraße bis zum Pappelweg und die Drosselstraße umfasst. In der Nordmarkstraße sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, die Asphaltdecke ist provisorisch wieder aufgetragen. Im nächsten Jahr, wenn sich alles gesetzt hat, wird sie noch den Feinschliff erhalten.

Vor Karsten Barkmanns Haustür sind die Arbeiter gerade dabei, den letzten Schmutzwasseranschluss in der Drosselstraße zu erneuern. Noch bevor der Winter einbricht, wollen sie die Baulöcher wieder schließen und die Straße in ihren Ursprungszustand zurückversetzen. Im östlichen Teil haben sie bereits mit den Pflasterarbeiten begonnen.

„In meinen Augen läuft das alles sehr geregelt ab“, sagt Karsten Barkmann. Die meisten Anwohner sehen das genauso, auch wenn sie natürlich auf Grund des Lärms und des Drecks genervt sind: „Die Sachen müssen ja gemacht werden“, sagt Noemi Becker, die in der Blumenstraße wohnt und oft mit ihrem 16 Monate altem Sohn in der Siedlung spazieren geht. Manchmal hatte sie Schwierigkeiten, mit dem Kinderwagen an den Baustellen vorbeizukommen. „Teilweise waren die Bauarbeiter dann hilfsbereit und haben angepackt, manchmal haben sie mich aber auch einfach stehen gelassen“, sagt die Mutter. Geärgert habe sie sich, als in der Nordmarkstraße spitze Steine auf der Fahrbahn gelegen hätten. Da habe sich ihr Mann mit dem Auto den Reifen platt gefahren.

Björn Johannsen, Projektleiter bei der Stadtentwässerung betont, dass sich die Bauarbeiter größte Mühe gäben, die Arbeiten für die Anwohner erträglich zu gestalten. Beispielsweise würden sie die Mülltonnen der betroffenen Grundstücke an den Abholtagen zu den Sammelpunkten bringen. Moritz Kraus aus der Drosselstraße kann das bestätigen und sieht die Bauarbeiten gelassen: „Das läuft alles ordentlich ab.“

Nicht ganz so verständnisvoll ist sein Nachbar, Peter Klemm: „Für mich sieht das alles sehr chaotisch und planlos aus“, sagt er. Die Arbeiter würden sich zwar Mühe geben, aber der viele Dreck sei lästig. „Das kostet Nerven“, sagt der Rentner.

Seine Nerven und die der anderen Anwohner, werden wohl in den nächsten Jahren weiter auf die Probe gestellt werden. Nach der Winterpause gehen die Arbeiten im westlichen Teil der Nordmarkstraße zwischen Pappelweg und Zum Entenufer sowie in der Straße Zum Entenufer weiter. Ob wieder die Firma Krebs im Einsatz sein wird, ist noch unklar. Die Ausschreibung für diesen dritten Bauabschnitt beginnt erst im Dezember.

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