zur Navigation springen

Endoskopie: Neues Pulver soll Blutungen stoppen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 10.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Die endoskopischen Verfahren zur Spiegelung der Verdauungsorgane sind ein Spezialschwerpunkt der Medizinischen Klinik des Klinikums Itzehoe. Hier werden diagnostische und therapeutische Spiegelungen mit großer Erfahrung und Sorgfalt durchgeführt. Im Vordergrund steht, den Patienten größtmöglichen Komfort und Sicherheit zu bieten. „Daher verfügen wir seit einiger Zeit über neue therapeutische Lösungen für die gastrointestinale Endoskopie“, sagt Gastroenterologin Julia Hirdes-Montigel (Foto).

Mit dem Ziel, die tägliche Arbeit der Endoskopiker zu erleichtern und effizienter zu gestalten, wurde ein neues Produkt zur Blutungskontrolle im Gatrointestinaltrakt geschaffen. „EndoClot PHS steht für „Polysaccharides Hämostase System“ erklärt die Gastroenterologin. Mit dem neuen System können Blutungen in der Endoskopie sicher, einfach und schnell kontrolliert werden. Dazu wird ein Pulver während des Eingriffs direkt auf die Blutungsstelle gesprüht und verschließt diese zügig und zuverlässig. Daher eigne sich diese Methode nicht nur bei Sickerblutungen, sondern auch in Fällen, bei denen herkömmliche Verfahren zur Blutstillung nicht angewendet werden können. Zudem helfe EndoClot auch, Nachblutungen nach ausgedehnten endoskopischen Eingriffen vorzubeugen.

Die Anwendung sei laut der Fachärztin besonders einfach. „Mit dem innovativen Applikationssystem kann der Anwender mittels eines Katheters das Blutstillungspulver durch den Arbeitskanal eines Endoksops direkt auf die Blutungsstelle sprühen“. Dafür werde der Applikationskateter durch den 2,8 mm kleinen Arbeitskanal des Endokops eingeführt und in Richtung der Blutung ausgerichtet. Der durch einen Kompressor erzeugte kontinuierliche Luftstrom transportiert die Partikel durch den Katheter unmittelbar zu der Blutungsstelle.

Dank einer speziellen Molekularstruktur absorbieren die Partikel das Wasser sehr schnell aus dem Blut. Dies beschleunigt den physiologischen Gerinnungsprozess. Zusätzlich bilden die Partikel in Verbindung mit Blut eine stark anhängende Gelschicht, die am Gewebe haften und die blutende Stelle schnell abdichtet. Die Wirkung hält für 6-48 Stunden an, so dass die Wundheilung beginnen kann. Das Gel selbst wird vom Körper rückstandsfrei abgebaut.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen