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Neue Arbeitsplätze : Endlich: Hertie-Haus in Itzehoe verkauft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Haltermann Immobilien GmbH kauft das Itzehoer Hertie-Haus. Sie will in der Breiten Straße ein weiteres Modehaus etablieren.

Itzehoe | Auf diese Nachricht hat die Stadt mehr als vier Jahre lang gewartet: Das Hertie-Haus ist verkauft! Die Haltermann Immobilien GmbH & Co. KG hat das Gebäude am Sonntag erworben und will mit einem weiteren Modehaus wieder Leben in Itzehoes Breite Straße bringen. „Durch die nahende Zwangsversteigerung war Eile geboten, deshalb musste alles sehr kurzfristig passieren“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Sven Haltermann. Denn heute sollte das Gebäude, das seit dem Hertie-Aus im August 2009 leer steht, eigentlich unter den Hammer kommen. Das Risiko, dass es dann in falsche Hände kommt, wollte Haltermann nicht eingehen: „Wenn wir es selbst machen, wissen wir, was dort passiert. Und wir trauen uns zu, es gut zu machen.“

Ein Schnellschuss war die Entscheidung jedoch mitnichten. Über Monate sei der Entschluss gereift. Der Antrieb sei gewesen, mit dem Kauf einen Impuls zu geben und für eine positive Entwicklung zu sorgen. „Wir sind mit unserem Modehaus mitten in der Stadt, wir machen Geschäfte in der Stadt. Es ist eine Symbiose: Wenn die Stadt funktioniert, geht es auch uns gut.“

Mit dem neuen Modehaus wird nicht nur der prominenteste Leerstand Itzehoes gefüllt, es werden auch Arbeitsplätze geschaffen. Und das schon bald: „Wir wollen zunächst das Erdgeschoss öffnen, das ist kurzfristig machbar“, erklärt Haltermann. Realistisch sei eine Eröffnung im Frühjahr. Dann soll ein Mix aus besonders preisgünstiger Mode sowie attraktiven Marken wie Esprit, S. Oliver oder Street one angeboten werden, die es teilweise auch im Stammhaus am La-Couronne-Platz gibt. „Kundenbefragungen haben gezeigt, dass in diesem Bereich in Itzehoe und der Region noch eine Lücke besteht.“

Am bestehenden Modehaus B & H und seinem Sortiment soll sich nichts ändern. Das neue Modehaus soll ein ergänzendes Angebot sein. „Es wird auch nicht B & H heißen“, erklärt Haltermann. Einen Arbeitstitel gebe es, gerne werden aber auch noch Vorschläge der Kunden angenommen – genau wie bei der Frage, welche Marken und Angebote in dem Haus gewünscht werden.

Was mit dem Rest des Hertie-Gebäudes sowie dem benachbarten heruntergekommenen Haus wird, das ebenfalls gekauft wurde, steht noch nicht fest. „Wir werden erst einmal das Erdgeschoss bespielen und in aller Ruhe ein Konzept für das gesamte Haus entwickeln. Lieber lassen wir uns etwas mehr Zeit und machen es dafür richtig gut.“

Bis der Geschäftsführer gestern die gute Nachricht verkünden konnte, brauchte er allerdings einen langen Atem. „Es ist schwierig, etwas aus einer Insolvenz heraus zu kaufen“, sagt er. „Es gibt keinen richtigen Ansprechpartner.“ Über Monate wurden immer wieder Gespräche geführt, es wurde verhandelt und gerungen. Dabei habe er viel Unterstützung erfahren, freut sich Haltermann. Von Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen über Stadtmanagerin Lydia Keune und Innenstadtentwickler Justus von Kries bis zum Wirtschaftsministerium hätten alle Flagge gezeigt. Und als nun der Versteigerungstermin näher rückte, sei schließlich „Druck auf den Kessel“ gekommen, so dass eine Einigung möglich wurde. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Auf Bürgermeister Koeppen wirkte die Nachricht gestern „wie ein Befreiungsschlag“. Der Kauf sei „ein Riesending für unsere Stadt“. Er werde für eine Wiederbelebung des gesamten Viertels sorgen. „Damit wird das in Gang gesetzt, auf das so viele so lange gehofft haben.“ Er ist sich sicher: „Sobald das Haus wieder bespielt ist, werden auch die anderen Leerstände dort nach und nach verschwinden.“ Er dankte Haltermann dafür, dass „er über all die Zeit durchgehalten, nicht locker gelassen und das Ganze jetzt vollendet hat“.

Betrübt habe er stets in der Runde der betroffenen Hertie-Bürgermeister gesessen und von Verkaufserfolgen in anderen Städten gehört. Nun gehört Itzehoe auch dazu. „Es ist eine große Erleichterung, dass es endlich verkauft ist.“ Koeppen hatte noch einen weiteren Grund zur Freude: Die Schulden des vorherigen Eigentümers in sechsstelliger Höhe wurden Ende voriger Woche an die Stadt überwiesen, um den Versteigerungstermin abzuwenden.

Für Stadtmanagerin Lydia Keune ist die Nachricht schlichtweg „klasse“: Ein Traditionsunternehmen werde gestärkt, der Leerstand beseitigt, es gebe einen neuen Anziehungspunkt in der Breiten Straße: „Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren.“

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erstellt am 14.01.2014 | 07:00 Uhr

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