Fährverbindung Brunsbüttel/Cuxhaven : Endgültiges Aus für Elbfähre

Keine Chance auf eine Fortsetzung: Die Fährverbindung auf der Elbe bleibt eingestellt.
Keine Chance auf eine Fortsetzung: Die Fährverbindung auf der Elbe bleibt eingestellt.

Die Elb-Link Fährgesellschaft meldet Insolvenz an. 49 Mitarbeiter müssen sich einen neuen Job suchen.

shz.de von
27. November 2017, 12:21 Uhr

Mehrere haben es schon versucht - ohne Erfolg. Der Fährverkehr zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel ruht, wieder einmal. Diesmal für immer? Die Betreiber stellten am Montag einen Insolvenzantrag am Amtsgericht Cuxhaven. Der Geschäftsführer der Elb-Link Fährgesellschaft, Bernd Bässmann, erwartet, dass die 49 Mitarbeiter noch bis Weihnachten ihren Job verlieren werden. „Der Antrag wird jetzt geprüft“, sagte Amtsgerichtsdirektor Andreas Frank. Wann der zuständige Richter über die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens entscheide, sei noch unklar.

Grund für die finanziellen Probleme sind Forderungen der Schiffseigner nach einer Charterrate pro Tag, die nach Ansicht der Fährgesellschaft viel zu hoch ist. Im Oktober hatten die Betreiber den Fährverkehr zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein eingestellt. Ein Darlehen der Kreise und Gemeinden sollte die Fährleute über den Winter retten. Er habe ursprünglich geplant, die Mitarbeiter bis zum März in Kurzarbeit zu schicken, teilte Bässmann mit. Doch die öffentliche Hand habe ihm eine Absage erteilt.

Bereits die Vorgängergesellschaft, die Elb-Link-Reederei, war in die Insolvenz gegangen. Sie hatte die Strecke mit zwei Schiffen bedient.

Im Mai dieses Jahres war die Fährverbindung dann mit nur einem Schiff wieder gestartet. Dadurch habe sich die Auslastung deutlich verbessert, sagte Bässmann. Seit Mai habe die Fähre rund 180.000 Fahrgäste und 58.000 Autos befördert.

Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Fährverbindung bereits lange nicht mehr gewährleistet. „Sowohl der Kreis Dithmarschen als auch ich haben gesagt, dass wir ein komplett unwirtschaftliches Thema nicht aufrechterhalten können“, sagte Buchholz am Montag.

Fährverbindungen zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven gab es schon mehrfach. Von 1999 bis 2001 pendelte die Elbe-Ferry zwischen den Hafenstädten. Ihre Schiffe waren jedoch zu alt für einen verlässlichen und rentablen Betrieb. Auch die Elb-Link-Reederei hatte mit einer Wiederbelebung der Verbindung nach 15 Jahren kein Glück.

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