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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 02:28 Uhr

Cuxhavenfähre : Ende noch nicht besiegelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hoffnungsschimmer für angeschlagene Linie: Reederei und Schiffseigner sehen Potenzial und wollen erneute Insolvenz vermeiden.

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 04:54 Uhr

In das Tauziehen zwischen den Eignern der auf der Route Cuxhaven-Brunsbüttel eingesetzten Schiffe und der Cuxhavener Reederei Elb-Link Fährgesellschaft mbH ist ein wenig Bewegung gekommen. Die Botschaft nach einem Runden Tisch am Dienstag Abend in Cuxhaven: „Alle Beteiligten haben sich für eine Fortführung der Fährverbindung ausgesprochen.“ Das teilte Elb-Link-Geschäftsführer Bernd Bässmann gestern mit. Einigkeit bestehe, dass eine neue Insolvenz vermieden werden solle. Die Zeit drängt.

Ende September war der Chartervertrag für die Doppelendfähren „Grete“ und die als Ersatz während eines Werftaufenthalts eingesetzte „Saaremaa“ ausgelaufen. Quasi als Hilferuf verbreitete Bernd Bässmann am 9. Oktober eine Mitteilung, dass sich die Linie seit dem Neustart im Mai überaus positiv entwickelt habe – eine Zukunft aber auch wirtschaftlich darstellbar sein müsse. Tags darauf wurde der Verkehr ausgesetzt. Seitdem ruht die Fährverbindung. Ende voriger Woche warnte Bässmann, dass die finanzielle Luft dünner werde ohne Einnahmen aus dem Betrieb. Immerhin, die Zeit des Stillstands habe Elb-Link rund 350 000 Euro gekostet. Und noch sind dort rund 45 Mitarbeiter beschäftigt. Die erhalten für diesen Monat auf jeden Fall noch ihren Lohn, so Bässmann gestern gegenüber unserer Zeitung.

Auch Christian Schulz, Sprecher der maltesischen Eignergesellschaft Shuttle Ferry Holdings Ltd., betont, eine Insolvenz sei nicht das Ziel. Kurzfristig allerdings werde der Betrieb nicht wieder aufgenommen werden. „Wir müssen einen neuen Chartervertrag haben. Das ist ganz einfach.“

Dabei allerdings, so Schulz, gehe es nicht darum Elb-Link auszupressen. Die Schiffseigner müssten die Finanzierung bedienen. Verlust einfahren sei nicht deren Ziel. „Wir müssen kostendeckend arbeiten.“ Das Gespräch am Dienstag habe durchaus einen gangbaren Weg aufgezeigt. Darüber sei nun mit Elb-Link zu verhandeln. Eigentlich hätte das schon zum 30. September erledigt sein sollen. Schulz: „Wir haben schon viel Geduld gezeigt, in der ganzen Geschichte.“

Bernd Bässmann übt seinerseits Kritik. Die aus der Insolvenz der alten Elb-Link im Mai hervorgegangene Reederei habe zum Ziel gehabt, private Investoren an Bord zu holen. Zwei seien am Ende tatsächlich interessiert gewesen. Dann sei das Aus gekommen – ein Rückschlag.

Grundsätzlich sei die Verbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven zu begrüßen, erklärte gestern Birte Pusback auf Nachfrage. Die Sprecherin des Kieler Wirtschaftsministeriums unterstrich aber, dass es eine finanzielle Förderung auch in Zukunft nicht geben werde. „Wir können nicht EU-Beihilferecht brechen.“ Gesprochen worden sei am Dienstag über andere Unterstützungsmöglichkeiten wie etwa Landesbürgschaften. Dass überhaupt Gespräche über den Fortbestand geführt würden, sei positiv zu bewerten. Pusback betonte zugleich, dass der Fährbetrieb eine stabilere wirtschaftliche Grundlage benötige: „Es scheint, so wie das bislang konstruiert war, nicht zu funktionieren.“

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