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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 01:58 Uhr

Windkraft : Ende für Dauerblinken ist in Sicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amt fordert Betreiber von Beidenflether Windpark zum Nachrüsten bedarfsgerechter Systeme bis 10. September auf.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2017 | 09:00 Uhr

Vom Spätsommer an könnte das lästige Dauerblinken auf großen Windkraftanlagen ein Ende haben. Die Betreiber entsprechender Anlagen in Beidenfleth sind vom Amt Wilstermarsch aufgefordert worden, bis dahin eine so genannte bedarfsgerechte Befeuerung der mehr als 100 Meter hohen Windräder nachzurüsten. Die Blinklichter sind dann nur noch zu sehen, wenn sich in einem definierten Luftraum ein Flugzeug nähert.

Der Leiter des Bauverwaltungsamtes in Wilster, Matthias Block, bestätigte gegenüber unserer Zeitung einen Schriftverkehr, den er mit Gerhard Beyer aus Groß Kampen geführt hat. Der Beidenflether hatte sich über die Amtsverwaltung an den Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewandt und auf einen im März 2013 geschlossenen städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde Beidenfleth und dem Vorhabenträger verwiesen. Darin ist unter anderem geregelt, dass eine Nachrüstung spätestens zwei Jahre nach Genehmigung und Markteinführung entsprechender Systeme zu erfolgen hat. Eigentlich, so argumentiert Beyer, hätte dies aus seiner Sicht schon Ende vergangenen Jahres erfolgt sein müssen. Er verweist darauf, dass die technische Zusatzausstattung bereits im August 2014 durch die deutsche Flugsicherung anerkannt worden sei. Ein Jahr später sei dies als neue Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Lufthindernissen mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger auch in Kraft getreten.

Wie es dazu aus dem Wilstermarsch-Bauamt hieß, habe es sich bei der Anerkennung aus dem Jahre 2014 lediglich um eine vorläufige gehandelt. Endgültig grünes Licht habe es erst mit dem Stichtag 11. September 2015 gegeben. An diesem Datum orientiert sich nun auch die Verwaltung und legt den Termin bis zur Nachrüstung mit dem 10. September 2017 fest.

„Wir befassen uns damit, so etwas umzusetzen“, bestätigte gestern Sönke Krey als Geschäftsführer der Windpark Beidenfleth Verwaltungs GmbH den Vorstoß aus der Amtsverwaltung. Krey betonte allerdings, dass die Nachrüstung auch unter wirtschaftlichen Aspekten zu bewerten sei. Details zu möglichen Kosten wollte er aber nicht nennen. Nur so viel: „Wir sind an einer großen Lösung dran.“ Neben Beidenfleth, so der Sprecher weiter, werde nämlich auch noch ein Windpark in Dithmarschen betrieben. Eine Komplettlösung für alle Anlagen sei daher nur vernünftig. „Wir können uns aber auch nicht unter Druck setzen lassen“, betonte Krey. Letztlich müsse eine solche Nachrüstung ja umsetzbar und vor allem auch technisch ausgereift sein. Er wies dabei auch auf einen Zusammenhang mit der in der Region im Bau befindlichen Breitbandversorgung hin, da hier ja auch sehr große Datenmengen bewegt werden müssten. „Dass wir das wollen, steht außer Frage“, versicherte er mit Blick auf die Akzeptanz von Windkraftanlagen in der Bevölkerung, was auch im Interesse der Betreiber sei. Krey wies zudem daraufhin, dass die Gemeinde schon jetzt vom Betrieb der Anlagen profitiere. Eine erste Zahlung von Gewerbesteuern sei inzwischen schon geleistet worden. Gerhard Beyer hofft nun, dass die Blinklichter im September weitgehend verschwinden, was sich auf Beidenfleth positiv auswirken werde. „Ich befürchte aber, dass es so rund nicht laufen wird.“

Vorsorglich teilte er dem Bürgermeister schon mit, dass man das Argument möglicher unangemessener Kosten nicht gelten lassen könne. Schließlich sei die Pflicht zur Nachrüstung vertraglich geregelt. Mögliche Kosten dürften dann ja wohl auch in die Kalkulation für Bau und Betrieb der Anlagen schon eingeflossen sein.

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