Attraktion für Beidenfleth : „Else“ jetzt Teil einer Traumstraße

Gestern auf der Störfähre: Horst Heinrich (l.) und Claus List zeigen, wo jetzt die Deutsche Fährstraße lang läuft.
Gestern auf der Störfähre: Horst Heinrich (l.) und Claus List zeigen, wo jetzt die Deutsche Fährstraße lang läuft.

Die Seilfähre über die Stör bei Beidenfleth ist 18. Mitglied der Deutschen Fährstraße.

shz.de von
21. Juni 2018, 05:00 Uhr

Die Störfähre „Else“ hat den Sprung in die Spitzengruppe deutscher Verkehrswege geschafft – jedenfalls für Ausflügler aller Art. Die zwischen Beidenfleth und Bahrenfleth verkehrende Seilfähre ist jetzt offizieller Bestandteil der Deutschen Fährstraße. Die 250 Kilometer lange Route zwischen Oste und Ostsee wird unter Touristikern in einem Atemzug mit der Romantischen Straße, der Märchenstraße und der Porzellanstraße genannt.

Insgesamt 17 Fähren und 13 Brücken weist die Fährstraße auf. „Else“ ist jetzt Nummer 18. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie zeigen sämtliche Möglichkeiten auf, die der Menschen je ersonnen hat, ein Gewässer zu queren. Die Bandbreite reicht von Spielfähren und Klappbrücken bis hin zu Schwebefähren. In der nördlichen Unterelberegion zählen bereits die Glückstädter Elbfähre, das Störsperrwerk und die Brunsbütteler Kanalfähre zur Fährstraße. Auch Furten, Tunnel und maritime Sehenswürdigkeiten gehören dazu. Auswahlkriterien: Die Querungen müssen besonders oder bedeutend und für Urlauber gut erschließbar sein. Die von Bremervörde bis Kiel reichende Deutsche Fährstraße war 2004 von der Arbeitsgemeinschaft Osteland konzipiert worden und entwickelte sich als Themenroute schnell zu einem Hit. „Bei einer Umfrage des mitteldeutschen Rundfunks nach den Traumstraßen in Deutschland landete sie auf Rang 2“, so gestern Osteland-Vorsitzender Claus List bei einem kleinen Festakt auf „Else“. Er überreichte dem Vorsitzenden des Störfähren-Fördervereins, Horst Heinrich, Urkunde und große Hinweisschilder. Heinrich erinnerte daran, dass die Fähre auf eine mehr als 400 Jahre lange Tradition zurückblicken könne. Jochen Bölsche als Ehrenvorsitzender Fährstraße wies auf die vielschichtigen Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen niedersächsischer und schleswig-holsteinischer Seite hin. Für die Akteure ist die Stör quasi der Schwesterfluss der Oste. Mitinitiator sei übrigens Uwe Jens Lützen von der Gesellschaft zur Rettung des Störs gewesen. Dieser habe Silvester-Nachmittag per Mail die Aufnahme von „Else“ angeregt. Schon kurz darauf fand ein erstes Treffen statt. Am Montag hat die Osteland-AG dann in ihrer Juni-Sitzung einstimmig das neue Mitglied aus Schleswig-Holstein aufgenommen. „Uns liegt ,Else’ auch wirklich sehr am Herzen“, betonte Bahrenfleths Bürgermeister Harm Früchtenicht. Schließlich sei der Tourismus in der Region durchaus noch ausbaufähig. Vielleicht kommen bald ja sogar Urlauber aus Japan. Als einzige deutsche Ferienroute wurde die Fährstraße von der japanischen Regierung für einen Workshop in Tokio ausgewählt. Bis dahin freut man sich insbesondere über noch mehr Radfahrer und Wohnmobilisten.

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