Glückstadt : Elie Levys hintersinniger Humor

Elie Levy und Gastgeberin Gesa Borwieck beim Gespräch über Pantomime.
Elie Levy und Gastgeberin Gesa Borwieck beim Gespräch über Pantomime.

Der Pantomime tritt im Theater am Neuendeich in Glückstadt auf. Körpersprache ist die Basis seines Bühnenprogramms.

shz.de von
02. März 2018, 05:00 Uhr

Elie Levy kennt Glückstadt. Bislang allerdings nur privat. Einmal hat er die Elbestadt mit dem Schiff angesteuert, einmal mit dem Auto. Anlässlich des Kulturmärzes tritt der international bekannte Pantomime im Theater am Neuendeich auf. „Die Geheimnisse der Körpersprache“ heißt sein Programm am Sonnabend, 10. März, ab 19.30 Uhr.

Um für seine Bühnen-Premiere in Glückstadt die Werbetrommel zu rühren, reiste der gebürtige Israeli extra zu einem Gespräch mit unserer Zeitung aus seiner Wahlheimat Hamburg an. In der Bücherstube am Fleth stand Levy Rede und Antwort. Mit dabei war auch Volkshochschul-Geschäftsstellenleiterin Gesa Borwieck, denn die VHS tritt als Veranstalter auf.

Wenige Minuten mit Elie Levy reichen aus, um zu erkennen, dass der Pantomime den hintersinnigen Humor schätzt. Wobei er keinesfalls so still daher kommt, wie man es von einem Pantomimen vermuten könnte. Levy ist offen und wortgewandt. Seit 1981 lebt er in Hamburg, und längst schon müssen Gespräche mit ihm nicht mehr auf Englisch geführt werden.

„Ich werde auch am 10. März viel reden“, kündigt er an – um mit einem Augenzwinkern hinzuzufügen: „Hoffentlich verstehen alle mein holpriges Deutsch.“ Mit seinem Charme und seiner Offenheit dürfte es Levy in Windeseile gelingen, die Herzen seines Publikums einzunehmen. Und auch als Künstler zählt der Wahl-Hamburger zu den großen seines Fachs.

Als Pantomime stand Levy auf vielen deutschen und europäischen Bühnen. Wo er auch auftrat: Stets wurde sein Publikum vom Ausdruck seines Körpers, den er virtuos beherrscht, in den Bann gezogen. Im Theater am Neuendeich bietet er eine Einführung in die Geheimnisse der Körpersprache. Ein Thema, mit dem er sich „schon seit 30 Jahren beschäftigt“. Seit acht Jahren entwickelt er daraus Stück für Stück sein aktuelles Bühnenprogramm.

Levy zeigt an Beispielen typische Körperhaltungen und Bewegungen und erklärt, wie diese zu deuten sind. Nicht trocken und langweilig, sondern auf höchst unterhaltsame Weise. So erfährt das Publikum, wie Körperspannung, Blickkontakt oder Kleidung auf den Gesprächspartner wirken.

Levys spontane Improvisationen verleihen dem Abend in Glückstadt seinen unverwechselbaren Charme. Diesen Charme versprüht er auch im Gespräch. Der zweifache Vater ist spürbar stolz auf seine Kinder. Der Sohn wolle Rechtsanwalt werden, die 15-jährige Tochter sei „jetzt schon witziger als ich“. Elie Levy begann 1973 seine Ausbildung in Israel, wo er über das Sprechtheater und den Tanz zur Pantomime fand. „Das habe ich eine Woche gemacht, da wusste ich: Das ist es“, erzählt der Weitgereiste. In Israel aufgewachsen, lebte er später unter anderem in Italien und Frankreich. In Paris war ein Hausboot seine Heimat. Sesshaft wurde er in Hamburg, „eine wirklich tolle Stadt“, wie er betont.

Seit langem schon verdient er als freier Künstler sein Geld. Seine Kunst vervollkommnete er in Paris bei Etienne Decroux, der die „mime corporel dramatique“, eine strikte und umfassende Methodik der Körperausbildung, lehrte. Ein Leben als Künstler. Nicht unbedingt das, was sich seine Eltern einst erträumt hatten, wie Levy zugibt. Die wollten eigentlich, „dass alle ihre Kinder studieren“. Doch der Freigeist hatte anderes im Sinn, schmiss das Abitur und schlug statt dessen lieber den Weg des Pantomimen ein. Mit Erfolg. Und immer noch mit viel Spaß, wie er versichert.

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Karten für den Auftritt Elie Levys im Theater am Neuendeich gibt es in der Bücherstube am Fleth und bei der VHS. Erwachsene zahlen 15 Euro Eintritt, an der Abendkasse 18 Euro. Jugendliche sind mit 10 Euro dabei, an der Abendkasse mit 13 Euro.

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