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Fähre Brunsbüttel : Elb-Link nimmt wieder Fahrt auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel wird am 22. Mai wiederbelebt. Mit einem Schiff.

Neustart: Die im März in die vorläufige Insolvenz gegangene Fährlinie zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel soll wieder aufgenommen werden. Am Montag, 22. Mai, 9 Uhr, soll die „Grete“ erstmals in der Schleusenstadt wieder ablegen. Bis zu sieben Fahrten täglich sind vorgesehen – mit der „Grete“ als einzigem Schiff. Dafür ist die Doppelendfähre deutlich schneller unterwegs: 60 statt 90 Minuten soll die Überfahrt ins 16 Seemeilen entfernte Cuxhaven dauern.

Der Einsatz nur noch eines Schiffs für den regelmäßigen Linienverkehr senke die Betriebskosten deutlich, erklärt Bernd Bässmann, Geschäftsführer der neu gegründeten Elb-Link Fährgesellschaft mbH, die wie die Vorgängerreederei Elb-Link GmbH ihren Sitz in Cuxhaven hat. Allerdings ist der neue Fährbetreiber nicht mehr mit der estnischen Saaremaa Shipping Co. verbandelt. Das wird auch deutlich im Flaggenwechsel: Die „Grete“ fährt in Zukunft unter deutscher Flagge mit Heimathafen Cuxhaven. Das sei schon immer ein Ziel gewesen, aber mit den Hausherren aus dem Baltikum nicht zu machen gewesen, sagt Bässmann. Zuletzt war eine Umflaggung auf Madeira im Gespräch. Doch vorher kam die Insolvenz.

Aus der haben Bässmann und der Cuxhavener Insolvenzverwalter Jan M. Antholz 40 von 52 Mitarbeitern den Arbeitsplatz retten können. Nicht mehr an Bord sind estnische Besatzungsmitglieder. Ganz wichtig: Die deutschen Kapitäne sind die alten. Der große Vorteil: Sie haben die Lotsbefreiung. Auch das spart Kosten.

Zweimal schon wurde der Neustart verschoben. Dafür wurden zähe Verhandlungen mit den Schiffseignern verantwortlich gemacht. Das Ostergeschäft musste Elb-Link an sich vorbeiziehen lassen, ebenso das lange Wochenende um den 1. Mai. Jetzt wird in der Woche mit dem ebenfalls langen Himmelfahrtswochenende der Betrieb aufgenommen. Der Erwartungsdruck ist groß, noch eine Pleite kann die Linie wohl kaum verkraften. Wenn sie nicht bereits das Vertrauen der fürs Geschäft so wichtigen Logistikbranche verspielt hat. Doch davon geht Bässmann nicht aus. „Wir haben den Kontakt gehalten.“ Und er weiß, dass es zahlreiche neue Frachtverkehre in der Region gibt, die vor dem ersten Start der Linie am 20. August 2015 noch auf ganz anderen Routen unterwegs waren. „Wie groß das Potenzial ist, hat man gesehen, als wir nicht fuhren.“ Bässmann will daran anknüpfen: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Frachtkunden zurückholen können.“ Zudem, so der Geschäftsführer, stelle die Fährlinie „nicht zuletzt aufgrund der Verkehrsprobleme auf der Dauerbaustelle A7, im Nadelöhr Elbtunnel sowie aktuell bei der Sanierung der B5 Itzehoe-Brunsbüttel eine gute Alternative zum allgegenwärtigen Stau“ dar.

Neu wird das Buchungssystem sein, das zuverlässiger arbeiten soll und mit externen Buchungsportalen, etwa in Touristinfos, verknüpft sein soll. Und Werbung für das Unternehmen soll intensiviert werden. In der Vergangenheit war die zögerliche Werbung oft kritisiert worden.

Geld sei weder aus Niedersachsen noch Schleswig-Holstein in die Rettung der Reederei geflossen, betont Bässmann. Dies hatten die Wirtschaftsministerien beider Länder auch stets abgelehnt mit dem Hinweis, Fähren müssten sich wirtschaftlich selbst tragen. Lediglich Wege seien geebnet worden. Mit der Eintragung ins Handelsregister wird Elb-Link aber eine Option ziehen: die Landesbürgschaft durch Niedersachsen. Für ein junges Unternehmen sei das eine wichtige Absicherung gegenüber Kapitalgebern, so Bässmann. „Es ist nicht das Ziel, dass wir die in Anspruch nehmen wollen.“

Er erwartet jetzt eine stabile, langfristige Verbindung zwischen beiden Häfen, die ihre Daseinsberechtigung wirtschaftlich untermauern könne. „Für alles andere wäre ich nicht zu haben gewesen“, betont er. „Ich freue mich darauf, dass es jetzt wieder losgeht.“

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erstellt am 13.Mai.2017 | 15:17 Uhr

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