Verkehr : Eis: Elbefähre stellt Fahrten ein

Der Anleger ist bis einschließlich Sonntag geschlossen. Der gegenüberliegende Kiosk war gestern geöffnet.
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Der Anleger ist bis einschließlich Sonntag geschlossen. Der gegenüberliegende Kiosk war gestern geöffnet.

Wasserleitungen beim „Molenkieker“ am Glückstädter Außenhafen und von öffentlicher Toilette eingefroren. Wochenmarkt mit weniger Beschickern.

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03. März 2018, 06:50 Uhr

Eine Frau wirft einen Stein auf eine Eisscholle. Sie will wissen, wie dick das Eis ist. Gestern Mittag lockte es Neugierige wie diese Frau zum Fähranleger. Denn im Radio war immer wieder zu hören, dass die Elbfähre ihren Verkehr bis Sonntag eingestellt hat. Nicht nur die Fähre, sondern auch andere sind von den Minustemperaturen betroffen.

„Wir haben Eisgang und können deshalb nicht fahren“, erklärt Fährchefin Hildegard Both-Walberg. Vor allem auf der niedersächsischen Seite drückt das Treibeis in die Einfahrt Wischhafen. „Es ist kein Tauwetter in Sicht“, sagt die Fährchefin. „Wir behalten Ostwind.“ Ob die Fähre ab Montag wieder fahren wird, werde sich am Sonntagnachmittag entscheiden, sagt die Geschäftsführerin.

Hildegard Both-Walbergs Mitarbeiter haben flächendeckend Schilder auch mit englischen Hinweisen an Straßen aufgestellt, die darauf hinweisen, dass die Fähre nicht fährt.

Angewiesen auf die Fähre sind Schüler aus Niedersachsen, die das Detlefsengymnasium in Glückstadt besuchen. „Die Schüler regeln es privat, dass sie für einige Zeit in Glückstadt unterkommen“, sagt Schulsekretärin Tanja Krause. Das bestätigt auch Schuldirektor Hartmut Appel. In der Woche schlafen die Schüler aus Niedersachsen bei Eisgang bei anderen Schülern, am Wochenende geht es mit dem Zug oder Auto über Hamburg nach Hause. Sowohl Tanja Krause als auch Hartmut Appel wissen aus Erfahrung, dass es bisher immer gut geklappt hat.

Ungewollt frei haben Jan Meyer und Carola Langenberg, die Gastwirte vom „Molenkieker“ am Außenhafen. „Die Wasserleitungen sind durch den Ostenwind eingefroren“, sagt Carola Langenberg. Normalerweise würde es zwei Tage dauern, bis sie auftauen. „Ich hoffe, dass wir am kommenden Mittwoch wieder aufmachen können.“

Nicht nur bei ihr sind die Leitungen eingefroren, sondern auch in der öffentlichen Toilette auf der Docke. Sie wurde deshalb vorsorglich geschlossen.

Betroffen von der Kälte waren gestern auch die Standbetreiber auf dem Wochenmarkt. Einige waren gar nicht erst gekommen. Andere hielten durch, wie Reimer Hägermann und seine zwei Mitarbeiter. Diesmal hatten sie eine große Plane um den Stand herum gespannt. Kleine Heizlüfter sorgten dafür, dass es dem Gemüse gut ging. „Für die Kartoffeln brauchen wir diese sechs Grad plus“, zeigte Hägermann auf das Thermometer, welches auf dem Verkaufstresen lag. Bereits bei vier Grad plus und darunter würde sich sonst die Stärke in Zucker umwandeln.

So viele Kunden wie sonst, waren nicht auf dem Marktplatz unterwegs. Doch Hägermann war nicht unzufrieden: „Das Geschäft läuft, weil heute weniger Marktbeschicker da sind.“

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