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Neuendorf-Sachsenbande : Einwohnerzahl ist gegen den Trend gestiegen

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erstellt am 18.Mai.2013 | 07:56 Uhr

Neuendorf-Sachsenbande | Die Gemeinde liegt gegen den Trend - im positiven Sinne. Während in vielen Wilstermarschgemeinden der demografische Wandel schon zu spüren ist, ist die Einwohnerzahl in Neuendorf-Sachsenbande auf 501 geklettert. Aber wie lange der Aufwärtstrend anhält, ist fraglich, denn: "Bauen im Außenbereich ist nicht möglich. Für Bauwillige hat die Gemeinde keinen einzigen Bauplatz anzubieten", sagt Bürgermeister Axel Krohn. Und selbst der Umbau von bestehenden Gebäuden sei angesichts der Bundesbaugesetzgebung sehr schwierig, die vom Kreis konsequent umgesetzt werde. Auch Gewerbeansiedlung sei quasi nicht möglich. Die Straßen sind, so Krohn, trotz des schwierigen Untergrundes in Ordnung, "jedenfalls besser als die Kreis- und Landstraßen".

Finanziell geht es der Gemeinde gut, sie ist schuldenfrei. "Wir haben ausreichend Rücklagen." Allerdings mache die Erhöhung der Kreisumlage um zwei Prozent die Lage nicht einfacher. Und: "Da immer mehr Gemeinden auf Fehlbetragszuweisungen angewiesen sind, werden sich die zu verteilenden Steuermittel natürlich verringern." Dadurch kämen allerdings immer mehr Gemeinden in die Situation, dass sie Fehlbedarfsmittel beantragen müssten. "Dieser Prozess wird sich beschleunigen", ist sich Krohn sicher. Hinzu kommt, dass der Finanzbedarf nach der Einwohnerzahl ermittelt wird. "Weniger Einwohner gleich weniger Schlüsselzuweisungen." Auch die Windenergie würde daran nichts ändern, so Krohn. Denn von der Gewerbesteuer - "wenn sie überhaupt fließt - blieben nur 20 Prozent für die Gemeinde übrig, die bei höherer Finanzkraft höhere Kreis- und sonstige Umlagen leisten müsse und niedrigere Schlüsselzuweisungen erhielte. Zudem werde die Finanzkraft über einen fiktiven, einheitlichen Nivellierungssatz hochgerechnet, "die die Gemeinde gar nicht hat, für die sie aber Umlagen entrichten muss". Da dieser jährlich neu angehoben werde, werde das Missverhältnis jedes Jahr größer. "Man läuft bei der Verteilung der Steuern immer wie der Esel hinter der Mohrrübe her." Und die Gemeinde sei quasi gezwungen, die Hebesätze anzuheben.

Als künftige Ziele und Projekte für die Gemeinde nennt Axel Krohn, der seit zwölf Jahren in der Gemeindevertretung und seit fünf Jahren Bürgermeister ist, die Verbesserung der Schülerbeförderung und die Energie-Einsparung. "Wir haben dazu ein Lampenkataster erstellt." 75 Prozent der Steuerungen seien auf dem neuesten Stand, auf energiesparende Lampen wird umgerüstet. "Da wir aber sehr viele Lampen haben - nämlich 78 Stück - werden nicht alle auf einmal ausgetauscht." Und für die Zukunft hofft die Gemeinde auf eine Besserung der Breitbandversorgung. Die Projekte wird Axel Krohn allerdings nicht mehr als Bürgermeister begleiten, auch wenn die Aktive Bürgervereinigung, die aktuell mit vier die meisten Sitzen im Gemeinderat hat, erneut den Bürgermeister stellen würde - aus persönlichen Gründen. Neben der ABV treten die CDU (aktuell drei Sitze), die SPD und die Kommunale Wählervereinigung zur Kommunalwahl an.

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