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Einspruch eingelegt: Zwei Wochen früher Führerschein zurück

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erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Süderhastedt/Burg | Einen Sekt hatte sie getrunken, ein wenig Glühwein zu den Weihnachtsplätzchen - das berichtete eine 53-jährige Erzieherin jetzt vor Strafrichter Malte Zander über den 28. November 2012. Zander hatte darüber zu befinden, ob die Süderhastedterin ihren Führerschein zwei Wochen früher zurückerhält.

Auf dem Weg zu Sky in Burg war einem Polizisten die unsichere Fahrweise der Frau aufgefallen. Der Beamte kontrollierte sie, roch Alkohol und ordnete eine Blutprobe an. Die ergab 1,4 Promille. Erschwerend kam hinzu, dass die Erzieherin drei Kinder im Auto hatte, die bei ihr zur Betreuung leben. Der Führerschein der Frau wurde sofort sichergestellt. Seither leidet die beruflich dringend auf den Führerschein angewiesene Süderhasterin unter dem Verlust. Mal eben einkaufen fahren, mit den Kindern was unternehmen, all das klappt ohne Führerschein nicht. "Ich bereue es sehr. In meiner beruflichen Handlungsfähigkeit bin ich sehr, sehr eingeschränkt", sagte die Angeklagte bei ihrem ersten Auftritt vor einem Strafrichter - und es war der gut gekleideten Frau sichtbar peinlich. Dabei war es ihre Entscheidung gewesen, Einspruch einzulegen. Denn sie brauche den Führerschein. Die Staatsanwaltschaft hatte den Fall mit einem Strafbefehl über 600 Euro plus neun Monaten Führerscheinsperre geahndet.

Damit Richter Zander die Sperrfrist verkürzen kann, hatte die Erzieherin einen "Avanti Kurs" für Alkoholsünder absolviert und an einer Gruppentherapie teilgenommen, sich somit nachweislich intensiv mit ihrem Versagen im Straßenverkehr auseinandergesetzt. "Sie hat das Geschehen aufgearbeitet. Es geht um die Kinder, darum, dass sie für sie da sein kann", drückte der Anwalt auf die Tränendrüse. "Auch der Berufskraftfahrer verliert seinen Job", hielt Staatsanwalt Dirk Stücker entgegen, rechnete der Angeklagten die Nachschulung jedoch an und plädierte für nur noch drei Monate, zugleich aber eine Anhebung der Geldstrafe auf 1500 Euro. Stückers Anregung machte Strafrichter Zander zu seinem Urteil.

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