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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 22:12 Uhr

Feuerwehr : Einsatz in heikler Umgebung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbütteler Feuerwehr übte im Standortzwischenlager des Kernkraftwerks. Für manche Kameraden enie ungewohnte Situation: Die Zuständigkeit liegt im Ernstfall bei den freiwiligen Brandschützern. Die Werkswehr ist nur ortskundige Vorhut.

Durch einen Blitzeinschlag in die Stromverteilung des Zwischenlagers am Brunsbütteler Kernkraftwerk kommt es an verschiedenen Stellen zu einer Überspannung und Kabelbränden. Im Notstromaggregat hat sich durch eine Leckage in der Diesel-Leitung die Isolierung entzündet. Und zwei Menschen gelten in der Anlage als vermisst – im Bereich des Lagerkrans und in den verqualmten Betriebsräumen. Eine Gesamtsituation, die es in sich hat. Und die glücklicherweise nur das Szenario einer Übung darstellte. Ausgearbeitet von Brunsbüttels Gemeindewehrführer Bernd Meier.

Schon kurz nachdem am Dienstag um 18.02 Uhr von Kraftwerksmitarbeitern über die Elmshorner Leitstelle Alarm ausgelöst worden war, fuhr der so genante Vorauswagen vor. Den hatte Meier so gar nicht auf der Rechnung gehabt, eigentlich sollte die Löschgruppe Süd zuerst eintreffen. Doch der VW-Bus war bereits vor der Übung in der Nähe: bei Bayer. So war es dessen Besatzung, die sich von der Werksfeuerwehr des Kernkraftwerks über die Lage ins Bild setzen ließ.

Ein wichtiger Aspekt dieser Übung. Denn das Zwischenlager fällt – anders als das Kernkraftwerk – bei so genanntem abwehrenden Brandschutz in die Zuständigkeit der Freiwilligen Feuerwehr. Die Kameraden der Werkslöschtruppe sind als Vorhut natürlich schneller am Einsatzort, Verantwortet wird der Einsatz nach deren Eintreffen aber umgehend von der Brunsbütteler Wehr. Diese Situation, so Meier, sei vielen nicht klar, das müsse erstmal ausgiebig gelernt werden. Da Bernd Meier als Beobachter tätig war und die Übung ausgearbeitet hatte, übernahm Ortswehrführer Lars Kumbartzky die Einsatzleitung.

Ungewohnt auch, dass der Funkkontakt zu den Kameraden, die sich unter Atemschutz den Aufgang zum Kran für die Castorbehälter für eine Personenbergung hochquälen, durch die 1,2 Meter dicken Stahlbetonwände des Zwischenlagers abreißt. Melder müssen zu Fuß die Verbindung zur Einsatzleitung herstellen. Meier: „Das sind die Kameraden gar nicht mehr gewohnt.“

Da nicht nur die Löschgruppe Süd zum Kraftwerk ausrücken musste, sondern zur Verstärkung auch der Löschzug Nord samt der großen Drehleiter, machte sich Meier Gedanken über deren Anfahrt. Da zurzeit eine der beiden 100-Tonnen-Fähren über den Kanal ausgefallen ist, überlegte er: „Wenn wir Pech haben, kommt nur ein Fahrzeug mit.“ Mindestens ein Wagen nimmt bei Einsätzen auf der Südseite aber ohnehin den zuverlässigeren Weg über die Hochbrücke.

Am Ende zog der Organisator der Übung eine positive Bilanz: „Das hat relativ gut geklappt. Im Ernstfall wäre das auch schneller abgelaufen.“ Auch Werkleiter Knut Frisch war mit dem Probeeinsatz zufrieden. Die Übung sei gut verlaufen. „Optimieren kann man immer.“ Wichtig sei auf jeden Fall: „Die Örtlichkeiten müssen bekannt sein. Das nimmt den Stress im Einsatz weg.“

Dass die gewaltige Halle des Zwischenlagers nichts Brennbares erhält, davon konnten sich die 30 beteiligten Feuerwehrleute selbst überzeugen. Klaus-Dieter Brandt, Leiter des Zwischenlagers, gestattete den Blick ins Innere des Betonbaus.

Dann wurde es doch noch mal ernst: Bei Wagner-Pralinen hatte der Brandmelder ausgelöst, der Löschzug Nord eilte in den Gutenbergring. Das allerdings erwies sich als Fehlalarm.

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erstellt am 05.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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