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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 14:14 Uhr

Feuerwehr : Einsatz im heiklen Umfeld

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brandschützer im Industriegebiet Brunsbüttel sind besonders gefordert. Jetzt übten sie am Kernkraftwerk.

„Insgesamt 15 Störfallbetriebe zählen zu unserem Einzugsgebiet“, sagt Brunsbüttels Gemeindewehrführer Bernd Meier. Um sich möglichst gute Ortskenntnisse zu verschaffen, trainiert die Wehr regelmäßig in Betrieben des ChemCoast Parks den Ernstfall. Am Freitagabend lieferte das Zwischenlager des Kernkraftwerks das erforderliche Umfeld für eine Übung.

Hintergrund: Die Ausbildung der ehrenamtlichen Brandbekämpfer ist am Industriestandort Brunsbüttel deutlich umfangreicher als in den meisten anderen Gemeindewehren. Neben der Unterstützung der Werksfeuerwehren und den allgemeinüblichen Aufgaben einer Wehr haben sich die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden aus der Schleusenstadt auch die Schiffsbrandbekämpfung auf ihre Fahnen geschrieben. Die Vielseitigkeit ist ein zweischneidiges Schwert, weiß Bernd Meier. Zum einen macht es das Feuerwehrwesen interessant, auf der anderen Seite ist es jedoch schwer, die aktiven Mitglieder bei der Stange zu halten und neue für das Feuerwehrwesen zu gewinnen.

Insgesamt 25 ehrenamtliche Brandbekämpfer aus der Schleusenstadt sind mit vier Fahrzeugen zu der Übung ausgerückt. Vor Ort werden sie von den sechs Feuerwehrmännern der Werksfeuerwehr des AKW Brunsbüttel unter der Leitung von Elmar Meier unterstütz. Die Kameraden der Werkslöschtruppe sind zwar schneller am Einsatzort und übernehmen so schon einmal die Vorhut. Doch mit dem Eintreffen der ehrenamtlichen Brandbekämpfer der Löschgruppe Süd nach gerade einmal sieben Minuten rücken sie zurück ins zweite Glied. „Für die Brandbekämpfung im Bereich des Zwischenlagers ist nach der Gesetzesgrundlage die Stadt Brunsbüttel zuständig“, erklärt der Gerätewart der Werkfeuerwehr, Wilhelm Voß.

Nur fünf Minuten später treffen die Einsatzkräfte der Brunsbütteler Nordseite an der Einsatzstelle ein. Ein großes Warnzeichen für Radioaktivität signalisiert den eintreffenden Rettungskräften, dass es sich um einen Einsatzort handelt, der besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht erfordert. „Bei Kameraden, die neu im Team sind, kann der Warnhinweis schon ein mulmiges Gefühl auslösen“, erklärt Bernd Meier.

Doch spätestens nach der Zusatzausbildung im Umgang mit chemischen und atomaren Gefahren sowie den Vorträgen durch Fachreferenten des Kernkraftwerkbetreibers schwindet das mulmige Gefühl. „Einsätze im Bereich von Straßen sind deutlich gefährlicher als im sehr sicheren Bereich des Zwischenlagers“, ergänzt der Wehrführer.

Die Atommüllfässer, die in den Kavernen vor sich hin rosten, befinden sich nicht im Bereich des Zwischenlagers. Dort sind lediglich Castoren hinter über ein Meter dicken Stahlbetonwänden untergebracht. Das Gebäude ist auch technisch so konzipiert, dass mögliche Gefahrenquellen, an denen Brände entstehen können, sehr gering ausfallen. Bei dem Transformator, der im Übungsszenario in Brand geraten war , handelt es sich beispielsweise um einen sogenannten Trockentransformator, der ohne Isolieröl arbeitet, was die Brandgefahr reduziert und den Einsatz von Löschwasser ermöglicht.

Zur vollen Zufriedenheit des Betriebsleiters des Zwischenlagers Björn Dahl und Bruno Wasmeier von der Atomaufsichtsbehörde arbeiten die Wehren schnell und routiniert die gestellten Aufgaben ab.

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